Von Ulrich Stock

„Motorisierung ist irgendwo auch eine Frage der Würde“

Uberschrift eines Artikels über den neuen Mercedes-Benz 560 SE in der FAZ vom 23 Mai 1989

Unbarmherzig schlägt die Sonne ins Hamburger Büro. In den Kniekehlen sammelt sich der Schweiß. Vierzig Jahre Bundesrepublik quellen aus dem Radio. Es scheint an der Zeit, den Bleistift fallen zu lassen und einen Ausflug zu machen.

Wohin? Von Horst Stern ist der Satz überliefert, es gebe immer bessere Straßen, doch wüßten wir bald nicht mehr, was sich noch anzusteuern lohne. Auf den Wald und die Nordsee trifft das im Ansatz schon zu. Also erkläre ich den Weg zu meinem Ziel. Ich fahre an die Autobahn.

Hinter Itzehoe endet die A 23, die einmal an die Westküste Schleswig-Holsteins führen soll. Bei Itzehoe-Edendorf wird sie weitergebaut, bis nach Heide hoch, 46 Kilometer, weite Strecken sind schon asphaltiert, aber noch nicht freigegeben. Sandberge versperren die Auffahrt.

Meinen VW Passat stelle ich bei einem neuen Aldi-Markt ab, direkt an der B 204. Achtzig Parkplätze. Nebenan befindet sich die „Fahrzeug Bedarf Itzehoe GmbH“, auf der anderen Seite „Aquafant – umweltfreundliche SB-Autowäsche“, dahinter die „Autolackiererei Dohlich“, ein MAN-Händler, eine Volvo-Vertretung, eine Citroen-Werkstatt, gegenüber VW und ein Reifengeschäft: Itzehoe, Texas. Hier geht keiner mehr zu Fuß.