Jetzt beginnt sie wieder, „die schönste Zeit des Jahres“. Wer immer diesen Slogan der Tourismusindustrie erfunden hat, es muß ein Sadist gewesen sein. Jedenfalls verdient er, zum Ferienanfang in Nordrhein-Westfalen diese Woche auf Reisen geschickt zu werden.

Was jetzt beginnt und einen Sommer währt, das läßt sich mehr denn je mit Grausen ahnen. Unser vorauseilendes Beileid gilt allen, die es erleben müssen: volle Strände, verstopfte Autobahnen, verspätete Flugzeuge. Indessen, wo alle leiden, schwindet der Schmerz – ein wenig.

Die Restlast muß schon jeder selber tragen. Zur Erleichterung seien ein paar Ratschläge mit auf den beschwerlichen Weg gegeben. Gedanken an die Nachbarn, die sich noch weiter von zu Hause entfernen, haben schon manchem durch den Stau geholfen. Stolz über die Bewältigung allgegenwärtiger Strapazen empfiehlt sich in Warteschleifen oder beim Trinken undeutschen Bieres. Auch schlichte Dankbarkeit fürs Überleben in der überfüllten Fremde kann von befreiender Wirkung sein. Vor allem aber heißt es jetzt, Nerven und Zuversicht zu bewahren. Denn eines ist gewiß: Auch die schönste Zeit des Jahres geht einmal zu Ende. D.B.