Seit einiger Zeit gibt es Geräte, mit denen sich die Knochendichte messen läßt. Allerdings stehen diese vorwiegend in Spezialkliniken, und die Interpretation der Daten ist auch für den Erfahrenen schwierig. Fachleute, die Osteologen, die mit Computertomographen oder Knochenadsorptionsmessung umgehen können, behaupten, daß ein Knochenschwund von mehr als 3,5 Prozent pro Jahr durch Sport und kalziumreiche Ernährung alleine nicht mehr aufgehalten werden könne. "Diese zwar noch völlig gesunde, aber stark osteoporosegefährdete Frau sollte ein Östrogen-Gestagen-Präparat erhalten", rät Dambacher. Daß mit der Einnahme solcher Präparate auch gynäkologische Blutungen verbunden sein können, sollte den Frauen mitgeteilt werden.

Die Einnahme von Kalziumtabletten ist nur dann empfehlenswert, wenn tatsächlich ein Kalziummangel besteht. Die meisten eingenommenen Kalziumtabletten werden ungenutzt wieder ausgeschieden. Für Frauen in den Wechseljahren besteht ein täglicher Kalziumbedarf von etwa 1,5 Gramm. Der ist mit Milch und Käse leicht zu decken. Und wie sieht es mit der Bestimmung des Kalziumwertes im Blut aus? Der Arzt kann dies in einem Labor feststellen. Nur noch selten werden bei unserer Ernährung Kalziummangelsituationen festgestellt.

Ein rascher Knochenabbau, beispielsweise in den Wechseljahren, kann nicht immer durch Östrogen-Gestagenmedikamente aufgehalten werden. Eine Gegensteuerung mit Fluorid ist möglich. Aber hier wird oft der Teufel mit Beelzebub ausgetrieben. Denn Fluorid kann auch Knochenwucherungen, sogenannte Fluorosen erzeugen. Die findet man in den Ländern, in denen das chemische Element Fluor reichlich im Trinkwasser vorkommt. Wie man es auch wenden mag, die Vorbeugung ist besser als Heilung. Reichlich Kalzium in der Nahrung, viel Bewegung, dann werden wir der Osteoporose (hoffentlich) davonlaufen können.