Debrett: Der Name, mit dem jeder Engländer das große Verzeichnis des Adels von England, Irland, Wales und Schottland verbindet. Seit drei Jahrhunderten ist es in verschiedenen Verkleidungen erschienen, aber das Siegel der Autorität und Authentizität hat ihm John Debrett (1753-1822) aufgedrückt.

John Debrett begann im Jahre 1802 damit, seinen Namen unter den Buchtitel zu setzen. Tatsächlich aber ist es ein Buchhändler vom Piccadilly gewesen, John Almon, der zum erstenmal 1769 The New Peerage herausgab, drei schlanke Bände. Diese Erstausgabe steht in Fulham, in einem Büro des heutigen Verlages.

Der Debrett unterrichtet über jeden lebenden männlichen Nachkommen in direkter männlicher Linie des ersten Peers oder Baronets der Familie und über jede lebende weibliche Person, die von einem solchen Mann gezeugt worden ist. Es ist unmöglich zu sagen, wie viele tausend Namen im Debrett stehen, immerhin werden vor dem Druck an die 16 000 Korrekturfahnen an die verschiedenen Familien verschickt. Bis 1970 kam der Debrett in jedem Jahr heraus, jetzt erscheint er alle fünf Jahre – der nächste 1990.

Derby Day: Der große englische Jux; der eine Tag im Jahr, an dem die britische Klassengesellschaft in ein kaleidoskopisches Durcheinander zerfällt. Die Königlichen sind dort und die Zigeuner; die Reichen reisen mit Hubschraubern an und das Fußvolk mit der Eisenbahn; die Clubmänner mieten private Busse und die Börsenspekulanten belegen alle Taxis. Die Buchmacher haben ihren großen Tag und auch die Taschendiebe. Die Männer tragen, was immer ihnen einfällt, vom grauen Zylinder bis zum geknoteten Taschentuch, die Frauen vom Balenciaga bis zum Bikini. Bollinger und Bass verschlingen ihren Hummer und die Schnecken.

Es ist ein Pferderennen, das sich vor zwei Jahrhunderten ein paar junge Aristos als Zeitvertreib ausgedacht hatten; es ist auch heute nicht mehr als das. Von Lord Rosebery hieß es, er habe bewiesen: Wenn du Premierminister bist, eine Rothschild heiratest und im Derby gewinnst, kannst du dein Bankkonto aufbessern, das Land regieren und immer noch die Schulbank drücken. Fraglos ist das Rennen ein sportliches Spektakel, aber hauptsächlich ist es eine riesige Party.

Wer das Derby ernst nimmt, verstößt gegen eine ungeschriebene Regel. Als sich die galante Emily Davison beim Derby von 1912 unter das Pferd des Königs warf, um ihre frauenrechtlerische Überzeugung zu dokumentieren, hatte sie unglücklicherweise gegen diese Regel verstoßen: Mehrere Pfarrer weigerten sich, ihr eine christliche Bestattung zu geben.

Domino: Eines der vielverwendbaren Wörter, die ständig um neue Bedeutungen erweitert werden. Es bezeichnet (a) eine Mönchskleidung, (b) die Tasten eines Klaviers, (c) einen Fehler in Musik-Noten, (d) das Licht, mit dem ein Zyklorama ausgeleuchtet wird, oder die Hintergrundbeleuchtung im Fernsehstudio, (e) – den meisten Engländern am besten vertraut – ein Brettchen aus Elfenbein, Knochen oder Holz, das mit Punkten markiert ist und seit gut zwei Jahrhunderten in einem vor allem in den Pubs beliebten Spiel verwendet wird.