ZEIT: Herr von Lersner, es rollen immer mehr Autos über unsere Straßen und verschmutzen mit ihren Abgasen die Luft. Was macht Ihnen mehr Sorge, die zunehmende Pkw-Flut oder der Lkw-Verkehr?

von Lersner: Je mehr wir bei der Abgasentgiftung von Personenwagen erreichen, desto relevanter werden die Emissionen der Lkw, die schon heute überproportional an der Luftverschmutzung beteiligt sind. Im innerstädtischen Verkehr beispielsweise beträgt ihr Anteil an der Fahrleistung nur 10 Prozent, aber sie stoßen bis zu 40 Prozent der Stickoxide und etwa 75 Prozent der Rußpartikel aus.

ZEIT: Verursacht der Straßenverkehr insgesamt immer noch mehr Schadstoffe, oder wird es unterm Strich besser?

von Lersner: Da muß man unterscheiden. Die Belastung der Luft mit den Schadstoffen, die bisher im Vordergrund standen, also Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid, sinkt vor allem dank des geregelten Drei-Wege-Katalysators in Personenwagen. Das für die Klimaveränderungen wichtige Kohlendioxid nimmt aber nach wie vor zu. Lastkraftwagen und Pkw werden zusammen hier für bedrückende Dimensionen sorgen, wenn nicht einschneidende, auch verkehrspolitische, Maßnahmen ergriffen werden.

ZEIT: Welche Zuwachsrate erwarten Sie?

von Lersner: Wir befürchten, daß ohne Gegenmaßnahmen der Straßenverkehr auch in den nächsten Jahren unvermindert expandiert und deshalb bis 1998 der Treibstoffverbrauch um etwa zwanzig Prozent und die Emission von Kohlendioxid damit um den gleichen Betrag steigen.

ZEIT: Was ist zu tun?