Nun schweigen zum erstenmal seit vierzehn Jahren die Waffen in Angola. Die beiden am schlimmsten verfeindeten Gegner in Afrika, Eduardo dos Santos, Präsident von Angola, und Guerilla-Führer Jonas Savimbi, die noch vor kurzem schworen: „Nein, niemals“, haben sich – von der Mehrheit afrikanischer Staaten unter Druck gesetzt – die Hand gereicht. Wenn man bedenkt, wer da alles mitgemischt hat in dem langen Krieg: Amerikaner, Russen, Kubaner, Südafrikaner, rote Schwarze und schwarze Schwarze, dann ist es wahrhaft ein Wunder, daß nun doch eine Versöhnung zustande kommt.

Seitdem die Supermächte auf „Frieden“ geschaltet haben, zieht sich eine Kettenreaktion von unerwarteten Friedensschlüssen durch das südliche Afrika. Es begann im vorigen Jahr mit einem Paket-Vertrag: Heimkehr der Kubaner, Unabhängigkeit Namibias, Rückzug der Südafrikaner, Nicht-Einmischung der beiden Großen. Endlich kann das einst reiche, inzwischen total zerstörte Angola, in dem mehr durch Minen verstümmelte Menschen leben als in irgendeinem anderen Lande der Welt, an den Wiederaufbau gehen.

Ebenso wundersam ist es, daß in Südafrika die beiden stärksten Anti-Apartheid-Gruppen der Schwarzen, die sich seit langem blutig und verlustreich bekämpfen: die Inkatha der Zulus und die United Democratic Front in Natal, soeben einen gemeinsamen Bericht entworfen haben, der zur Versöhnung führen soll. Offenbar treten nun allenthalben pragmatische Gesichtspunkte an die Stelle von Emotionen. Wenn Pretoria – und vieles spricht dafür – jetzt auch noch die Beziehung zu Moçambique normalisiert, dann ist die Hoffnung berechtigt, daß zwischen Weiß und Schwarz in Südafrika nach dem Rücktritt Bothas im September ernsthafte Verhandlungen stattfinden können. Dff