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Schwerer Himmel, nasse Erde, kaltes Wasser. Das kleine Dorf in der Taiga liegt versteckt unter dem Faltenwurf der Historie. Die politischen Entwicklungen aus dem fernen Moskau spülen darüber hinweg.

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DIE ZEIT

Erntedank

Zuweilen wird die Absurdität einer Politik erst deutlich, wenn sie ein klein wenig verbessert werden soll. Die Bundesregierung will das Arbeitsverbot für Asylbewerber lockern, deren Antrag zwar abgelehnt wurde, die aber gleichwohl nicht aus der Bundesrepublik abgeschoben werden (können).

Chinas großer Sprung rückwärts

Chinas Kaiser wollten nie geliebt werden. Sie waren zufrieden, wenn das Volk zitterte und gehorchte. Tschin Schi Huangdi, der große Reichseiniger, ließ vor 2200 Jahren die konfuzianischen Gelehrten lebendig begraben und verbrannte ihre Bücher.

Hilfe für Polen

Jahrelang bekam die Regierung in Warschau zu hören: ohne politische Reformen keine wirtschaftliche Unterstützung mehr. Seitdem im Dezember 1981 in Polen das Kriegsrecht eingeführt wurde, hieß die Antwort auf Hilfsbegehren: Erst wenn ihr die politischen Voraussetzungen erfüllt, wird der Westen neuen Kreditwünschen entgegenkommen.

Hoffnung

Nun schweigen zum erstenmal seit vierzehn Jahren die Waffen in Angola. Die beiden am schlimmsten verfeindeten Gegner in Afrika, Eduardo dos Santos, Präsident von Angola, und Guerilla-Führer Jonas Savimbi, die noch vor kurzem schworen: "Nein, niemals", haben sich – von der Mehrheit afrikanischer Staaten unter Druck gesetzt – die Hand gereicht.

Auf dem Weg

Es gehört zur Dialektik der europäischen Gipfel, daß sich trotz der schroffen Gegensätze am Ende nur Sieger zeigen. Eine Niederlage hat noch keiner der beteiligten Staats- und Regierungschefs eingestanden.

Worte der Woche

* "Ich bin davon überzeugt, daß die Freiheit gewinnen wird. Es ist nur die Frage, wieviel Zeit und wieviel Opfer es braucht.

Exodus zum Bosporus: Die Heimat in der Fremde suchen

Stojan Tsanew hockt breitbeinig im Sessel und schneidet eine klassische Wenn’s-weiternichts-ist-Miene. 1500 Leute weniger? Bei "Lazur", dem Mammut-Staatsbetrieb, den er leitet, stehen deswegen die Räder nicht still.

Zeitspiegel

Die Worte fand sie nur zögernd, ihre Stimme bebte, die Erregung war gar nicht telegen. Sie sei bedroht worden, nicht richtig, aber doch irgendwie deutlich.

Erst gerufen, dann verachtet

Weil die Aussiedler als Konkurrenten um Arbeitsplatz und Wohnraum betrachtet werden, stoßen sie auf eine Mauer der Ablehnung

Parteizentrale der CDU: Nachruf gefällig?

Für die Rechte liegt dort das Reich des Bösen, von den Rechtsradikalen gar nicht zu reden. Kritische Zeitgeist-Beobachter sehen darin eine der produktiven Denkfabriken der CDU, von wo aus sozialdemokratische Utopien durch "Schwarze Visionen" ersetzt worden sind.

Nachdenken über deutsche Einheit

Ich kann und mag mich nicht damit abfinden, daß es Deutschland für alle Zeit doppelt geben muß. Der gegenwärtige Zustand ist weniger ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges als vielmehr ein Produkt des Kalten Krieges.

WELTBÜHNE: Pokerspiel mit Maggie

Ist dies nun ein Sieg für Felipe González gewesen, der am Schlußtag des Madrider EG-Gipfels noch einmal vor der Presse erscheint und dem die Anstrengung der spanischen Rats-Präsidentschaft buchstäblich im Gesicht geschrieben steht? Der spanische Regierungschef hat nach fast siebenjähriger Amtszeit derart an politischer Statur gewonnen, daß er sich auch in diesem Augenblick weder den Triumph eines Sieges noch das Gefühl einer Niederlage anmerken läßt.

DOKUMENT: Was sagte Eagleburger?

Wenn es ein Land im Westen gibt, das die deutsche Wiedervereinigung kaltlassen sollte (that ought not to care about German reunification), dann sind wir das.

NACHLESE: Polenmarkt verboten

Nach wochenlangem Hin und Her hat sich der Berliner Senat "schweren Herzens", wie es heißt, entschlossen, den sogenannten Polenmarkt in Berlin-Kreuzberg zu verbieten.

Nächste Woche kommt Präsident Gorbatschow zum Staatsbesuch nach Paris. Doch Mitterrands Herbstreise in die DDR wird wichtiger werden.: Zwischen Gefühl und Berechnung

Die Festgesellschaft im Kreml schob die leeren Dessertteller beiseite. Staatspräsident François Mitterrand traute seinen Ohren und der Übersetzung der Tischdolmetscherin nicht mehr, als sich neben seinen Nachbarn Tschernjenko ein stämmiger Mann mit Halbglatze setzte und mit dem greisen Staats- und Parteichef über die Lage an der Erntefront zu plaudern begann.

Wolfgang Ebert: Freiheitsrausch

Für alle Verteidiger der Tempofreiheit auf unseren Autobahnen war die Ernennung Friedrich Zimmermanns zum Verkehrsminister ein Glücksfall.

Die Wirtschaft ankurbeln

Sechs Jahre nach der mit dem China-Besuch Richard Nixons eingeleiteten Öffnung des Landes proklamierte die Parteiführung offiziell den Reformkurs.

Neue Sprachregelung: Radikal zensiert

Ach, war das für die CSU noch eine schöne Zeit, als Franz Schönhuber im "Franzen-Club" des Franz Josef Strauß nur Gutes über die Partei redete.

Sieg für Adrienne

Wird sie’s oder wird sie’s nicht? Der Hamburger Senat hat das schönste Stadtgespräch beendet und die Wahl der 33jährigen Psychologin Adrienne Goehler zur Präsidentin der Hochschule für Bildende Künste bestätigt.

Bonn unter Strom

Die Bundesregierung läßt sich von der Wirtschaft die Energiepolitik diktieren

Gut Ding braucht Weile

Der Madrider EG-Gipfel hat nur einen kleinen Fortschritt zu mehr Zusammenarbeit in der Wirtschafts- und Währungspolitik gebracht.

Luftverkehr: Guter Kurs

Ein gutes Stück Verkehrspolitik, die noch von allen Bundesregierungen sträflich vernachlässigt worden ist, haben die Lufthansa und die Verwaltung des Flughafens Köln/Bonn jetzt geliefert.

Ladenschluß: Fortschritt

Und wenn die Front der Gewerkschaften gegen eine Lockerung des Ladenschlusses nun doch ins Wanken geriete? In Bremen und Rheinland-Pfalz schrieben die Tarifpartner vergangene Woche zwar fest, daß auch donnerstags, also am künftigen Dienstleistungsabend, die Arbeitszeit um 18.

Bonner Kulisse

Es war ein mühsames Geschäft, das Hermann Bachmaier, Vorsitzender des Atomuntersuchungsausschusses, in den letzten Wochen vor den Parlamentsferien abwickeln mußte.

Der freundliche Riese

Das Familienunternehmen Tengelmann hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren zum Weltkonzern entwickelt

Die Insel lockt

Warum strengt sich ein Unternehmen wie Tengelmann so sehr an, in den britischen Einzelhandel für Lebensmittel einzubrechen? Kurt Bettin, der in London seit 25 Jahren im Dienst des deutschen Agrarexports den Markt studiert, hat darauf eine knappe und klare Antwort: "Hier wird gutes Geld verdient, und Gateway ist vielleicht die letzte Gelegenheit, eine nationale Kette zu übernehmen.

Bank und Börse: Die Briten kommen

Der 1. Oktober ist ein wichtiges Datum für das europäische Investmentgewerbe. Spätestens dann nämlich müssen die Regierungen der Europäischen Gemeinschaft Gesetze verabschiedet haben, die die sogenannte Harmonisierungsrichtlinie des EG-Ministerrats vom Dezember 1985 in nationales Recht umsetzen.

Zeit und Geld: Deutsche Bank: weiter privatisieren

Immer mehr deutsche Urlauber verwenden im Ausland Eurocheques. Für manche Verwirrung sorgt bei ihnen allerdings, daß die Schecks im Urlaubsland nicht in Mark, sondern in der Währung des Gastlandes ausgestellt werden müssen.

LÄNDER IM VERGLEICH

Japan ist im vergangenen Jahr der mit Abstand größte Handelspartner der Volksrepublik China gewesen. Ware im Gesamtwert von 19,3 Milliarden Dollar wurde zwischen den beiden Ländern gehandelt.

MANAGER UND MÄRKTE

Werner Niefer, Automobil-Chef im neugegliederten Daimler-Benz-Konzern, hat es schon immer gesagt: Qualität kann man nicht in Autos "hineinprüfen", sondern nur bei der Konstruktion, beim Einkauf und schließlich bei der Herstellung "hineinbauen".

ZEITRAFFER

Im April 1989 gab es in der Bundesrepublik zehn Prozent weniger Firmenpleiten als im gleichen Vorjahresmonat. Insgesamt meldeten 789 Unternehmen beim Amtsgericht Konkurs oder Vergleich an.

Bedrückende Dimensionen

von Lersner: Je mehr wir bei der Abgasentgiftung von Personenwagen erreichen, desto relevanter werden die Emissionen der Lkw, die schon heute überproportional an der Luftverschmutzung beteiligt sind.

Spätstart der Pioniere

Diejenigen, gegen die sich die Aktion richtet, reagierten völlig gelassen. Gerade hatten sieben große amerikanische Elektronik-Unternehmen beschlossen, die japanische Super-Vormachtstellung auf dem Gebiet der Halbleiter-Speicherchips entschlossen zu bekämpfen, da waren in Tokio ganz unerwartete Töne zu hören.

Presse: Das Gewissen von Wall Street

In dem Glaspalast nahe der Südspitze von Manhattan, 200 Liberty Street, würde man alles andere vermuten, nur nicht einen altehrwürdigen Zeitungsverlag.

Wohnungsbau: Eigenheim aus Schutt

Elke Potulski sitzt im Schatten eines Baumes und sägt an einem Stück Holz. Ein paar Meter weiter nageln ihr Mann Jochen und ihr Vater eine Kiste zusammen, um darin Steine zu formen.

Umweltschutz: Gift und Gold

Natürlich seien die Geschäftsaussichten für die Anlage "sehr, sehr gut", sagt Matthias Teller, Umweltschutzleiter bei der BC Berlin-Consult, und wundert sich ob der Naivität der Frage.

Rot-grüne Atompolitik: Kalkar in Berlin

Michaele Schreyer, grün-alternative Senatorin für Stadtentwicklung und Umweltschutz in Berlin, nutzt die Macht, die ihr im Koalitionsvertrag zugestanden wurde: Der Forschungsreaktor des Hahn-Meitner-Instituts in Berlin darf vorerst nicht betrieben werden.

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