Wird sie’s oder wird sie’s nicht? Der Hamburger Senat hat das schönste Stadtgespräch beendet und die Wahl der 33jährigen Psychologin Adrienne Goehler zur Präsidentin der Hochschule für Bildende Künste bestätigt. Besser gesagt: Er hat sie nicht verhindert.

Am 1. August wird die „freche Frau“ der Grün-Alternativen Liste (GAL) ihr Amt antreten. Damit setzte der liberale Kultursenator Ingo von Münch (FDP) durch, daß auch in diesem heftig umstrittenen Fall die Autonomie der Hochschule gewahrt wird. Denn das Konzil hatte schon am 10. März für Frau Goehler votiert (ZEIT Nr. 19/89).

Alle diejenigen, die sie aus ihrer Arbeit als Sprecherin in den Wissenschafts- und Kulturausschüssen kennen, trauen ihr eine energische Verwaltung, eine effektvolle Vertretung der Hochschule nach außen und viel Anregung zu.

Die Frage, um die hier gekämpft wurde, lautet: Müssen Kulturmanager selbst Künstler sein? Worin besteht die geforderte Kompetenz?

Die sinnlosen Wortscharmützel darüber waren übrigens ein eindringliches Beispiel dafür, wie schwer die Antwort fällt, wenn eine Frau kandidiert, die auch noch grün ist.

Nun ist Adrienne Goehler die erste Präsidentin einer bundesdeutschen Hochschule. Glückwunsch!

Ulla Plog