Die Zahl der Agenturen steigt, die Alleinreisenden Urlaubspartner vermitteln. Die Preise, die sie verlangen, differieren erheblich.

Nicht nur Singles wenden sich an die Reisepartnervermittlungen, sondern häufig auch Alleinerziehende, Urlauber mit besonderen Ferienwünschen und Geschäftsleute, denen vor Arbeit der Freundeskreis verloren gegangen ist und die in Urlaubssandalen einsam daständen. Da viele der früheren Solo-Reisenden mit Privatanzeigen schlechte Erfahrungen gemacht oder erlebt haben, daß ihnen von Veranstaltern bessere Besenkammern mit Einzelzimmerzuschlag zugewiesen wurden, herrscht bei den Profi-Vermittlern nun Konjunktur.

Das neugewonnene Vertrauen versuchen die Agenturen zu vertiefen, indem sie ihre Seriosität betonen. Wie sie sagen, gibt es noch immer Männer, die Reisepartnervermittlungen mit einem Heiratsinstitut verwechseln („78jähriger Herr, wohlbetucht, sucht Reisepartnerin ab 18 Jahren“). In diesen Fällen lehnten sie jedoch höflich und bestimmt ab. Um zweifelhaften Suchmeldungen zu entgehen, bieten zwei Agenturen ihre Dienste nur Frauen an (Frauen-Reisebörse und Susanne Ihden).

Der Weg zum gewünschten Urlaubspartner ist bei allen Agenturen gleich: Der Suchende muß einen Fragebogen ausfüllen, in dem er Angaben zur Person (Geschlecht, Alter, Raucher) und zum Urlaubswunsch einträgt: Ziel, Datum, bevorzugtes Transportmittel, Komfort- und spezielle Wünsche. Mit Hilfe dieser Angaben wird ein Partner dem Kunden vorgeschlagen: mit Adresse oder, wie im Fall der Frauen-Reisebörse, zuerst als anonymes Angebot.

Nach ihrer Erfolgsquote befragt, geben die Agenturen vor, daß sie in mehr als siebzig Prozent aller Fälle einen Reisepartner für ihren Kunden fänden – eine Erfolgsgarantie geben sie jedoch nicht.

Weniger Einigkeit herrscht bei den Preisen: Susanne Ihden, die pro Adresse zehn Mark berechnet, und der Single-Reisepartnerservice mit drei Angeboten für dreißig Mark gehören zu den günstigsten Agenturen, ebenso wie die Zentrale Reisepartnervermittlung und die Frauen-Reise-Börse – beide vergeben für fünfzig Mark vier Adressen. Die Reisepartnervermittlung verlangt für zwei Listen mit Partnervorschlägen 46 Mark.

Drei Adressen für 50 Mark vermitteln die Single Reisebörse und der Rhein-Main Reise- Und Freizeitpartner-Service. Besonders teuer sind die Reisebörse Düsseldorf (49 Mark für eine Adresse, jede weitere kostet zehn Mark) und Bon Voyage – diese Agentur kassiert 55 Mark für die Vermittlung einer Adresse, erstattet aber die Hälfte zurück, falls sie keinen passenden Partner vorschlagen kann.