DIE ZEIT

Ein runder Tisch am Kap

Ist das Resultat der Wahlen in Südafrika ein Signal für neue Hoffnungen oder im Gegenteil ein Anlaß zu wachsender Sorge? Daß die erzreaktionäre Conservative Party, die den Schwarzen die südafrikanische Staatsbürgerschaft abspricht und sie für immer in die Homelands verbannen will, von 22 auf 39 Sitze angewachsen ist, läßt vermuten, der Ausgang sei negativ.

DDR: "Der Widerspruch wird unerträglich"

Luxushotels für die Devisenkunden, die Intershops für Leute mit dem richtigen Geld, das Verscherbeln von DDR-Produkten unter Preis an den Westen. Die Bürger haben es satt

Worte der Woche

"Dabei handelt es sich um eine direkte Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Deutschen Demokratischen Republik. Unter dem Vorwand humanitärer Erwägungen wird organisierter Menschenhandel betrieben.

Zeitspiegel

Bei ihrem Kampf gegen die Drogenmafia könnten sich westliche Politiker ein Beispiel an Pakistan nehmen: Bereits vor Monaten startete Regierungschefin Benazir Bhutto eine Großoffensive gegen den Rauschgifthandel.

Fliegender Start

Daß es so schnell gehen würde, hätte Christian S. nicht gedacht: Am Freitag, dem 1. September, gelang ihm die Flucht über die ungarisch-österreichische Grenze.

Mit Optimismus ans Aufräumen

Als lasse er seine Gedanken zufällig zurückschweifen, erinnerte Heiner Geißler an einen Mann, dessen Name schon lange nicht mehr auf einem CDU-Parteitag gefallen ist: Herbert Gruhl.

Europäische Freihandelszone: Große Aufgabe

Ein Gedanke geht um in Europa: Ist es nicht an der Zeit, daß die Europäische Freihandelszone Efta Polen und Ungarn als neue Mitglieder aufnimmt? Zum ersten Mal würden sich damit osteuropäische mit westeuropäischen Ländern (Finnland, Island, Norwegen, Österreich, Schweden und die Schweiz) zu einer losen Organisation zusammenschließen.

Kloster in Auschwitz: Das Kreuz mit dem Kloster

Jean-Marie Lustiger hat nie vergessen, daß ihn seine Mutter einst Aaron rief. Vielleicht spürte der Kardinal und Erzbischof von Paris darum als erster, welche Gefahr dem empfindlichen jüdisch-christlichen Dialog vom Kloster der Karmelitinnen am Lagerzaun von Auschwitz drohte.

Mit allen Mitteln

Noch in dieser Woche kann der traurige Rekord Schlagzeilen machen: Der 600. Drogentote des Jahres 1989 ist dann irgendwo in der Bundesrepublik aufgefunden worden.

Amerikanisches Anti-Drogen-Programm: Künftig kein Pardon

Sind Amerikaner anfälliger für Rauschgift als andere Leute? Warum ist die Drogenkrise in den Vereinigten Staaten besonders schwer? Solche Fragen gehen ihm längst auf die Nerven, aber sie werden ihm immer wieder gestellt, und da er der "Drogenzar" ist, muß er sie auch beantworten, vor Kongreßausschüssen genauso wie vor laufenden Kameras.

Nachlese: Der Fall Lummer: Wer spionierte für wen?

Nicht nur Verbindungen zu gegnerischen Nachrichtendiensten, sondern auch verwandtschaftliche "oder andere Beziehungen in den kommunistischen Machtbereich" verbieten es nach den Berliner Sicherheitsrichtlinien, jemanden "mit einer sicherheitsempfindlichen Tätigkeit zu betrauen".

Bonner Bühne: Woche der Füllsel

Dies war und ist gewissermaßen eine Woche der Füllsel, jedenfalls in Bonn. Denn was die Republik in Atem hält, spielt sich ja an ihrer südöstlichen Grenze ab, auch wenn der Flüchtlingsstrom aus der DDR selbst in seinen technischen Details schon keine Überraschung mehr ist.

Rückblick: Wahlen in Norwegen: Die Mitte zerrieben

Die Wähler haben gesprochen, jetzt sind die Politiker ratlos. Die Ergebnisse, die in der langen Nacht zum Dienstag auf den Fernsehschirmen der Nation aufleuchteten, versprechen nicht klare Mehrheiten, sondern nur chaotische Unsicherheit im neuen Storting, dem norwegischen Parlament.

Republikaner in der Heide: Aus voller Brust

Ist das nicht herrlich hier, wenn der Wind so durch die Eichen geht? Spürt man da nicht die Macht Gottes?" August Wilhelm Petersen ist glücklich, auf so einem Hof zu leben: in einem Hain ein Niedersachsenhaus, dunkles Fachwerk, roter Ziegel, die Diele so hochgezogen, daß einst ein Heuwagen hineinfahren konnte.

Liberales Geheimnis

Es ist ein wenig schmeichelhaftes Wort, das der FDP von ihren Gegnern mit Vorliebe angehängt wird: Sie sei eine Umfallerpartei, die sich mal mit den Roten, mal mit den Schwarzen einlasse und dabei ihr Gesicht verliere.

Poker um Milliarden

Daß er das Unternehmen für "sanierungsfähig und sanierungswürdig" hält, das hat Hans Friderichs, Aufsichtsratschef des angeschlagenen Handelskonzerns co op, oft genug gesagt.

Peter Christ:: Fehler über Fehler

Eigentlich wollte Wirtschaftsminister Helmut Haussmann nur Fehler seiner Vorgänger korrigieren, als er den Zusammenschluß von Daimler-Benz und MBB vergangenen Freitag erlaubte.

Bonner Kulisse

Ministerialdirektor Otto Casser aus dem Bonner Wohnungsbauministerium ist von seiner Ministerin Gerda Hasselfeldt nach 34 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet worden.

Raucher-Lobby: Entrechtet

Die neuen Helden sind die Raucher. Als arme Süchtige gebrandmarkt und sozial geächtet, fristen sie ihr dunstiges Leben. Sogar die Lufthansa will jetzt Nichtraucherflüge einführen.

Zwischen Rhein und Mosel: Winzer aus Fernost

Gleich am zweiten Tag, nachdem sie das Weingut Reichsrat von Buhl übernommen hatten, gaben Toyohiro Tokuoka und Yoshinori Ukita einen Grillabend für die Belegschaft.

Norwegen: Auf Entzug

Im Süden der norwegischen Ölstadt Stavanger steht am Kai des Yachthafens ein seltsames Bauwerk. "Pisa" nennen die Menschen den gebeulten, schiefen Turm, der heute als Ort für Tagungen genutzt wird.

Großbritannien: Stürmischer Sonntag

Sonntag ist kein Sonntag ohne die Sonntagszeitung. Jedenfalls nicht in Großbritannien. Sieben Verlage versorgen die 56 Millionen Briten mit neun überregionalen Titeln, die eine Auflage von mehr als achtzehn Millionen Exemplaren erreichen.

Börsenspiel: Ein Wonnemonat für die Aktienexperten

Der große Gewinner der vergangenen vier Wochen ist die DG Bank. In den zurückliegenden Monaten wegen der Dauerverluste oft genug gescholten, wartete sie nun mit einer respektablen Leistung auf.

Markt-Report: Spekulative Scheine

Trotz günstiger Konjunktur- und Gewinnaussichten wächst bei einem großen Teil der institutionellen Anleger sowie der privaten Bankkundschaft die Furcht vor einem länger anhaltenden Rückschlag am deutschen Aktienmarkt.

Manager und Märkte

Deutsche Aerospace: Wettlauf mit der Zeit Horten: Ballast für die Mutter Börse: Kampf der Systeme

Freibrief für den Export

Endlich gibt es mal richtig Grund zur Freude: Die Konjunktur läuft prächtig, die Rate der Preissteigerung sinkt hierzulande wieder leicht, und sogar die Arbeitslosenzahlen bewegen sich nun deutlich nach unten.

Die Rückkehr des Raumes

Es war 1843, als Heinrich Heine den Schock durch die Eisenbahn so beschrieb: "Welche Veränderungen müssen jetzt eintreten in unserer Anschauungsweise und in unseren Vorstellungen: Sogar die Elementarbegriffe von Zeit und Raum sind schwankend geworden.

Viele Lotsen, kein Kurs

Gute Arbeit habe die Kommission geleistet, endlich gebe es ein Papier, das einen realistischen Weg zu einer Wirtschafts- und Währungsunion in Europa aufzeichne, lobten Politiker wie zum Beispiel Bundeswirtschaftsminister Helmut Haussmann den im April vorgelegten "Bericht zur Wirtschafts- und Währungsunion in der Europäischen Gemeinschaft", den nach dem EG-Präsidenten Jacques Delors benannten Delors-Bericht.

Ran an den Feind

In der Marktwirtschaft werden knappe Güter und knappe Ressourcen über Preise gesteuert. Das gilt für Kartoffel- und Computerchips, für Energie, Kapital und Arbeit.

Trügerische Hoffnung

Die Analyse ist zutreffend, die vorgeschlagene Therapie gleichwohl mager. Trotz einer wahren Flut von neuen Paragraphen haben es die Umweltpolitiker nicht vermocht, der weiteren Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten.

Übernahmen: Testfall Koito

Mitte vergangenen Jahres meldete sich das Finanzministerium in Tokio diskret bei den großen japanischen Wertpapierhäusern mit einer ungewöhnlichen Frage: ob eigentlich japanische Firmen bekannt seien, die von ausländischen Wettbewerbern übernommen werden könnten? Die Antwort der Brokerriesen lautete kurz und höflich: Das Ministerium könne beruhigt sein, denn erstens stünden keine japanischen Unternehmen zum Verkauf, und zweitens, selbst wenn, könnten sich Ausländer angesichts des festen Yen und der aberwitzigen Aktienkurse keinen noch so drittklassigen Vertreter der Japan AG leisten.

VOR VIERZIG JAHREN: Das Kom(m)ödchen

Wo der Deutsche hingrübelt, da wächst kein Gras mehr." Das ist ein beschämend treffendes Wort, aber das Düsseldorfer "Kom(m)ödchen" hatte, als es im Hamburger Thalia-Theater gastierte, noch andere treffende Pointen: Ein Bett, "doppelschläfig", er und sie.

Politik der Panik

Vor allem in Brüssel und Bonn hatte man den spanischen Diplomaten unter Druck gesetzt. Bisher brauchen Reisende aus Lateinamerika und dem Maghreb keinen Sichtvermerk für Spanien.

Ein verruchter, kein heiliger Ort

Die Geschichte ist bekannt. Im Jahre 1984 gründeten zehn Karmeliter-Nonnen unmittelbar außerhalb des Todeslagers von Auschwitz ein Kloster.

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