Nach rückläufigen Zahlen und Stagnation in der Vergangenheit rechnet Österreichs Fremdenverkehrsindustrie 1989 mit einem Rekordjahr.

Der Aufwärtstrend der Wintersaison 1988/89 setzte sich auch im darauf folgenden Sommerhalbjahr fort. „Seit 1981 hatten wir die beste Sommersaison in Österreich“, so Gottfried Huber, Deutschland-Direktor der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung

(ÖFVW), „und anhand der vorliegenden Teilergebnisse des Septembers und Oktobers werden wir auch in diesen Monaten positive Zahlen schreiben können.“ Nach den bis jetzt ausgewerteten Zahlen für die Monate Mai, Juni und Juli 1989 verzeichneten die Österreicher knapp drei Millionen deutsche Gäste und insgesamt fast 17 Millionen Übernachtungen, den August mitgerechnet sogar zirka 27 Millionen.

Gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahres stieg die Zahl der Gäste um knapp fünf Prozent, die Zahl der Übernachtungen sogar um über sieben Prozent. Aus der stark gestiegenen Übernachtungszahl sei zu schließen, so Huber, daß die Deutschen wieder in größerem Umfang die Haupturlaubsreise nach Österreich unternahmen. Den Erfolg seines Landes mag Huber allerdings nicht nur mit der Abkehr der deutschen Touristen von den italienischen Algen- und den teuer gewordenen spanischen Sonnenstränden erklären. Nach seiner Überzeugung wirkt nun das neue Fremdeiverkehrskonzept der ÖFVW

Der deutsche Urlauber habe durch die Werbekampagnen gemerkt, daß Österreich mehr zu bieten hat als nur krachlederne Trachtenabende und alpenglühende Bergseligkeit. Das neue, sportlich orientierte Programm – Tennis, Golfen oder Reiten – habe zudem das einseitige Image Österreichs als Ziel einkommensschwacher deutscher Senioren stark korrigiert. RS