Ernie knackt jetzt auf die Schnelle ein Fahrradschloß nach dem anderen, und was bleibt dabei für ihn hängen? Ist der Speichenroller neuwertig, reicht man ihm fünfzig Miese durch. Der Markt ist knallvoll, und obgleich Spitzenprodukte seine Sache sind, läßt man Ernie nicht nach vorne. Die Brüder M. fallen ihm in den Rücken, picken sich Qualität raus und laden die Karren auf ihren Lieferwagen, diesen Jeep mit Verdeck zu zwanzig Mille. Die machen einen Grosso-Handel, und für Ernie gäb’s bestenfalls Rabatt.

Wenn er sein handgelötetes Rennrad an den Baum gestellt hat, kann er es von seinem Zimmer aus im Auge behalten, ein Bareinkauf für 680 Mark. Mit seinem Fernglas hängt er zwischen den Gardinen, um den Typ zu erwischen, der sich an seinem Topmodell vergreift; alles wegen der Konkurrenz.

Ein Typ ist echt zu faul, das Glitzerding zu knacken, und tritt ihm in die Eingeweide. Einer huscht im Dunkeln ran, aber die Zange packt nicht; er schiebt sein Opfer auf die Straße und flitzt, als ein Lkw anrollt. Der Fahrer stoppt und springt raus, schnappt sich den Findling und stellt ihn an den Baum. Ernie hängt immer noch mit seinem Fernglas zwischen den Gardinen. Hätte er nicht die Treppe runterwetzen sollen, um seinen Renner zu beschützen? Wie die Konkurrenz arbeitet, weiß er doch längst. Sein Rad da am Baum besteht jetzt nur noch aus Schlangenlinien. Und er muß nun zusehen, wie jemand aus einem Auto steigt, die Tür offenläßt und gegen die Ruine phkelt. Lehnt halb abgeschlagen am Baum, der Trümmerhaufen, und am nächsten Morgen kann Ernie das nicht mehr mit ansehen, nimmt ihn weg, lädt ihn sich auf die Schulter, wirft ihn am Kanal in ein Gebüsch und sagt zu einem, der gerade vorbeikommt: „Da liegt ein Toter.“ Der rennt los und telephoniert.