Wissen

Forscher, die in die Kälte gehen

Vor zehn Jahren beschloß der Deutsche Bundestag fast einstimmig ein Polarforschungsprogramm. Seitdem wurde knapp eine Milliarde Mark dafür ausgegeben.

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DIE ZEIT

Schily ade...

Otto Schily verläßt die Grünen, legt sein Bonner Mandat nieder und wechselt zur SPD, bei der er sich wohl um eine Bundestagskandidatur bewerben wird: Endpunkt einer langen Entfremdung zwischen der neuen Partei und einem ihrer Prominenten, die sich immer schwer miteinander getan haben.

Gipfel auf hoher See

Politische Vorsätze werden oft genug über Bord geworfen, diesmal landen sie sozusagen im Mittelmeer. Wie sehr hat sich George Bush doch gegen einen übereilten Gipfel der Supermächte ohne Aussicht auf konkrete Abmachungen gesträubt.

Zwingherren

Fast wie im Kinderreim ist es von Mal zu Mal einer weniger: Die Zahl der wandelunwilligen Regimes in Osteuropa nimmt ab. Von Rumänien abgesehen, steht die Tschechoslowakei jetzt ziemlich isoliert da.

Kein Weg zurück

Ist alles, was sich dieser Tage in der DDR ereignet, nur ein grandioses Schauspiel, das in einer bedrückenden Katerstimmung enden wird? Oder hat der Aufbruch zur politischen Reform schon jenes Stadium erreicht, das einen Rückfall in die blanke Diktatur über das Proletariat ausschließt? Schon jetzt spricht alles dafür, daß der gewohnte Sozialismus real nicht mehr existiert.

Worte der Woche

„Wie kann ich Margaret Thatcher verändern? Ich bin, was ich bin. Ich bin hier, weil ich gewisse Standpunkte vertrete. Ich glaube an bestimmte Dinge, ich habe nie gezögert, und ich werde auch künftig nicht zaudern.

Zeitspiegel

Wo gestern Schrott lagerte, wellt sich heute Sand und soll morgen ein Lustschloß emporragen; wo bis heute die Regeln der Republik galten, werden künftig königliche Ausnahmen gemacht.

Zwei Kabinettsumbildungen binnen drei Monaten, wachsende Kritik unter den Konservativen: Die britische Premierministerin spürt Widerstand. Aber starr hält sie an ihrem Kurs fest.: Der Anfang vom Ende

Fast flehentlich versuchte der Publizist Brian Walden Margaret Thatcher ein kleines Zeichen der Einsicht zu entlocken. Hätte sich ihr Ex-Schatzkanzler Nigel Lawson nicht doch halten lassen? Wäre es, rückblickend, nicht doch ratsam gewesen, mehr Verständnis für Lawson aufzubringen, der so sichtlich genervt war durch ihren allzu freimütigen Wirtschaftsberater Professor Alan Walters (der dann auch zurücktrat)? Margaret Thatcher blieb unerschütterlich: nicht der Hauch eines Zweifels, nicht die geringste Absicht, mit ihrem Kabinett in Zukunft weniger autoritär umzuspringen, vor allem nicht die kleinste Geste von Kompromißbereitschaft gegenüber den EG-Partnern.

Immer mehr Pfiffe für die vielen Wendehälse

Wieder einmal wird der Name eines Tieres zum Schimpfwort für Menschen. Der Wendehals, ein vom Aussterben bedrohter Vogel, wird zum Synonym für die sich beängstigend vermehrende Spezies Mensch in der DDR, die sich in eine neuverordnete Richtung wendet.

Vertrauen auf die Vernunft

Keine Spur von Selbstironie war im Spiel, als er das Bild von Don Quichotte, das er schon als Chefredakteur im Büro hängen hatte, auch als Regierungschef in sein Arbeitszimmer mitnahm – so wie die Ikone der Mutter Gottes von Tschenstochau.

Auf einmal lösten sich die Zungen

Die DDR ist endlich in Bewegung geraten, sie entdeckt ihre wahre Identität, und sie öffnet sich – zunächst nach innen, aber bald wohl auch nach außen.

Ausländergesetz: Angst vor der Überfremdung

Edmund Stoiber schlug wieder einmal falschen Alarm. Seine Horrorvision, entworfen nach der Lektüre des Bonner Referenten-Entwurfes zur Neuordnung des Ausländerrechts, verkümmert bei genauerem Hinsehen zu einer demagogischen Fata Morgana.

Ben Witter: Angetippt

Dreißig wird er sein, könnte Hans, Fritz oder Erich heißen, sieht aus wie einer von den Übersiedlern aus der DDR, die am laufenden Band im Fernsehen vorkommen, sächselt auch mal zur Probe.

Rückblick: Amerika-Gipfel: Kriegerische Töne

Wir wollten den größtmöglichen Schock auslösen“, erklärte ein Berater von Nicaraguas Regierung. So gesehen erzielte sein Präsident Daniel Ortega in Uniform und rotschwarzem Halstuch auf der Gipfelkonferenz von sechzehn amerikanischen Staatschefs in Costa Ricas Hauptstadt San José einen vollen Erfolg: Managuas Aufkündigung der einseitigen Feuerpause im Konflikt mit der Contra beherrschte das Treffen.

Bonner Bühne: Hysterie im Wasserwerk

Zum Glück kommt es selten vor, daß sich die Legislative kritisch mit der Judikative befaßt. Und wenn sie dies tut, dann sollte sie sich „gegenüber der rechtsprechenden Gewalt und ihrem Tun Schranken auferlegen“.

Weltbühne: Der alltägliche Terror

Von einem Frieden, der mehr ist als Nicht-Krieg zwischen souveränen Staaten, bleibt die Welt noch weit entfernt. In seinem jetzt vorgelegten Jahresbericht 1989 stellt amnesty international fest: „1988 wurden Zehntausende Menschen vorsätzlich und jenseits von Recht und Gesetz von den Regierungen ihrer Länder getötet.

Nachlese: Wahlen in Spanien: Mandat mit Vorbehalt

Die um acht Monate vorgezogenen Parlamentswahlen endeten als dramatische Zitterpartie: Erst vier Stunden nach Mitternacht stand am frühen Montag morgen endgültig fest, daß Felipe Gonzalez und die regierende Sozialistische Arbeiterpartei das Wahlziel erreicht und zum dritten Mal seit 1982 die absolute Parlamentsmehrheit gewonnen hatten.

Die Rechtschreibung

Fragte man die Leute, welches für sie die ödesten und nebensächlichsten Themen der Welt sind, so hätte das Thema Rechtschreibung gute Chancen, auf einem der obersten Plätze zu landen.

Finden Sie die Fehler?

8. Er war stattdessen bemüht, den zugrunde liegenden Konflikt – also den Konflikt, der ihrem Dissenz zugrundeliegt und allen Angst macht – zu entscherfen, und infolge dessen kam er mit allen ins Reine.

Die Auflösung des Rechtschreib-Rätsels

8. Er war statt dessen bemüht, den zugrundeliegenden Konflikt – also den Konflikt, der ihrem Dissens zugrunde liegt und allen angst macht – zu entschärfen, und infolgedessen kam er mit allen ins reine.

Kunst am Ball: Männer toben

Kein geringerer als Sepp Herberger hatte es beizeiten erkannt: „Wer viel Spaß haben will im Spiel, muß die Sache ernst nehmen.

Debakel für Essens SPD: Pils, Korn und Tränen flossen

Es war der makabre Kitsch, der viele Beobachter unangenehm berührte. Während die einen nach dem „Königsmord“ lauthals forderten, die acht „Heckenschützen“ und „Verräter“ mögen sich stellen, die anderen händeringend die Einheit der Partei beschworen, schleppten SPD-Mitglieder einen Kranz vor das Parteitags-Podium und trugen „Solidarität und Aufrichtigkeit“ symbolisch zu Grabe.

Prominenz, unheimlich entgegenkommend: Sehr fein gebremst

Hans Küng ist keiner, der klein beigibt. Als Kritiker der katholischen Amtskirche ist der Theologe weltbekannt. Küng rüttelt am Bollwerk des Zölibats, ficht für die Gleichberechtigung der Frau in kirchlichen Ämtern, und er will, daß der Papst sich endlich irren darf.

In Europa ausgesperrt

Wir sitzen mit den freien Gewerkschaften Europas in einem Boot", versicherte Wolfgang Vogt, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, im Juni in Brüssel.

Alles außer Plan

Was lange Zeit in der DDR ein Tabu war, wird heute offen angesprochen.

Sowjetunion: Letzte Reserve

Die Lage der sowjetischen Wirtschaft ist nahezu hoffnungslos – nahezu, aber nicht völlig. Als letzte Reserve erschließt Michail Gorbatschow jetzt die Produktivkraft der Ideen, die bisher unter ideologischem Verschluß waren.

Bonner Kulisse

Die Stimmung bei einem Großteil des Personals der Deutschen Bundespost, die vor ein paar Monaten in die drei Unternehmen – Telekom, Postdienst und Postbank – gesplittet wurde, ist schlecht.

Was kostet die Freiheit?

Vierzig Jahre lang warteten die DDR-Deutschen vergeblich auf das eigentlich selbstverständliche Recht, ihr Land nach Belieben zu verlassen.

Japan: Expansion ohne Bremsen

Unsere Autoindustrie ist an einem kritischen Punkt ihrer Entwicklung angelangt, wo die Weichen über Wohl und Wehe der Schlüsselbranche in den nächsten Jahren gestellt werden“, schrieb die japanische Tageszeitung Asahi Shimbun vergangene Woche zur Eröffnung der 28.

Vereinigte Staaten von Amerika: Geschäfte mit Gott

Am Umsatz gemessen, ist die Kirche schließlich das fünftgrößte amerikanische Unternehmen“, begründet Joe Dixon, ein katholischer Priester aus Detroit, das umsatzorientierte Denken seiner Kirche.

Verdeckt vom großen Schatten

Der öffentlich wenig bekannte Finanzchef Klaus Piltz soll Nachfolger von Rudolf v. Bennigsen-Foerder werden

Neuerscheinungen

Besteuerung und Staatsgewalt. Analytische Grundlagen einer Finanzverfassung. Von Geoffrey Brennan und James M. Buchanan. Hrsg.

Anlage auf eigene Faust

Immer mehr Anleger sind nicht zufrieden mit den Ergebnissen all jener Kapitalanlagegesellschaften, die das Vermögen der Kundschaft hauptsächlich in deutsche festverzinsliche Wertpapiere investieren.

Manager und Märkte

Transrapid: Rätselhafte Rechnungen Jaguar: Der Kampf wird „blutig“ BMW: Keine Lust mehr an Loewe

Wenig Spielraum

Ziemlich schnell haben Experten die Talfahrt der New Yorker Börse am 13. Oktober und den darauffolgenden Schwarzen Montag an den übrigen Weltbörsen als „Mim-Crash“ abgetan.

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