Die gehobene Klasse auf Charterflügen wurde in Deutschland nach einer Saison wieder abgeschafft. In Nachbarländern wird sie zum Winter eingeführt.

Dem Zufall zu verdanken hatten Kunden des deutschen Chartercarriers Condor im vergangenen Winter ein neues Angebot. Eine DC-10 mit einer Zwei-Klassen-Bestuhlung war im Linienverkehr für die Lufthansa nicht an allen Tagen der Woche zu beschäftigen und ging daher zeitweise für die LH-Tochter im Charter in die Luft.

Für 370 Mark Aufpreis konnten Reisende nach Fernost oder in die Karibik im vorderen Teil der Maschine auf Business-Class-Sitzen Platz nehmen und sich einer Reihe weiterer Annehmlichkeiten wie kostenlosem Champagner oder speziellem Check-in erfreuen.

Die Nachfrage war überwältigend. Eine fast hundertprozentige Auslastung der 52 Sitze im vorderen Teil der DC-10 wurde registriert. „Comfort Class“ war der Name für das Nobelprodukt, das TUI seinen Kunden auf Condor-Flügen offerierte.

In diesem Winter gibt es diese Konstellation nicht mehr. Eine Maschine mit Zwei-Klassen-Bestuhlung ist nach Angaben der TUI im Charterverkehr nicht durchgehend wirtschaftlich einzusetzen.

Bei unseren Nachbarn ist dies offensichtlich möglich. Die Swissair-Tochter Baiair fliegt seit Ende Oktober mit einer DC-10 in Zwei-Klassen-Bestuhlung nicht nur Fernziele im Fernen Osten, in Afrika und der Karibik an, sondern auch auf die Kanarischen Inseln. Der Aufpreis beträgt zwischen 100 Franken nach Las Palmas und 500 Franken nach Miami.

Die große Nachfrage, die Baiair nach den besseren Plätzen hatte, hat die Chartertochter jetzt animiert, eine eigene Maschine mit 62 komfortablen Sitzen auszustatten. Balair-Chef Fred Notter will besonders „die große Nachfrage von Kunden decken, die geschäftlich mit Swissair in der Business Class fliegen und auch auf dem Urlaubsflug das besondere Angebot schätzen“.

Zum 1. November führt auch die niederländische Martinair eine zweite Klasse auf ihren Charterflügen ein. Zunächst wird eine neue Boeing 767 mit 18 Sitzen der „Star Class“ ausgestattet, später soll die gesamte Flotte mit zwei Klassen im Charterverkehr an den Start gehen. Der Aufschlag für den Flug von Amsterdam in die Karibik beträgt 490 Mark. Klaus J. Scheidler