Noch im September dieses Jahres war sich Thyssen-Chef Dieter Spethmann seiner Sache ganz sicher. Vor einem großen Publikum bejahte er ausdrücklich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit seines Lieblingsprojektes: Transrapid. Den Kapitalgebern stellte er eine stattliche Rendite von rund fünfzehn Prozent in Aussicht.

Spethmann hoffte, Verkehrsminister Friedrich Zimmermann endlich dazu bewegen zu können, sein Jawort zur schnellen Schwebebahn zu geben. Sie wurde unter der Führung von Thyssen entwickelt und soll die Bahn revolutionieren.

Doch wie es jetzt scheint, hat sich Spethmann gehörig verrechnet. Wohl aus überzogener Liebe zum neuen System plante er euphorisch 102 Millionen Fahrgäste pro Jahr für die Gesamtstrecke Hamburg-München ein, die er mit privaten Geldgebern finanzieren will. Hingegen fand die SPD-Abgeordnete Edelgard Bulmahn in der Fragestunde des Bundestages jetzt heraus, was die Intraplan Consult GmbH für das Verkehrsministerium ermittelt hat: Danach ist nur mit 37 Millionen Transrapid-Kunden zu rechnen. Und: Die jährlichen Gesamtkosten des neuen Systems wären laut Intraplan nur zu einem Drittel gedeckt.

Der riesige Unterschied macht Dieter Schulte, den Parlamentarischen Staatssekretär im Verkehrsministerium, schlicht ratlos: „Ich weiß nicht, ob die Wahrheit in der Mitte liegt oder ob Interessensgründe dafür sprechen, daß irgendwelche Gutachten heiliggerechnet wurden.“

Vor der endgültigen Entscheidung im Kabinett werden jetzt alle Daten überprüft. Doch daran, daß die Rennstrecke quer durch die Republik – wie ursprünglich von Thyssen behauptet – gänzlich ohne öffentliche Unterstützung auskommt, glaubt fast niemand mehr. Und für die alternativen und kürzeren Referenzstrecken, so ist längst klar, würde Bonn erst recht zur Kasse gebeten. Das schmerzt den Verkehrsminister um so mehr, als der Transrapid der sowieso schon defizitären Bundesbahn voll in die Parade fahren und machtig Kunden abnehmen würde.

Möglicherweise werden dem Verkehrsminister bald die EG-Kommissare die Entscheidung erleichtern. Sie prüfen nämlich derzeit, ob der Forschungsminister – er gab bereits 1,3 Milliarden Mark – mit seiner Förderung nicht eh schon zu spendabel war.

Der Kampf um den britischen Luxuswagen-Hersteller Jaguar, den sich die beiden größten Autokonzerne der Welt – General Motors und Ford – derzeit liefern, wird „blutig“ werden. Diese Meinung vertritt das angesehene US-Fachblatt Automotive News. Denn die Übernahmeschlacht der Titanen werde in erster Linie nicht von eiskalten Kalkulationen beherrscht, sondern von Emotionen: „Jeder Spitzenmanager bei Ford und General Motors will Jaguar besitzen und sogar Jaguar fahren.“