Senta Berger

Von Sibylle Zehle

In Paris ist kein Taxi frei. Die Mode-Menschen sind über die Stadt gefallen wie Goldstaub und Flitter. Mit ihren schaukelnden Ohrgehängen besetzen sie Bistros und Boulevards. An ihren Schultern schwingen bunte Tücher, um ihre Hüften schlingen sich glitzernde Ketten.

Sie wartet in einer kühlen Hotelbar. Dunkel verhüllt, ungeschminkt, Brille. Senta Berger, ein deutscher Star.

Will sie sich verstecken? Im Film kann sie ein Prachtweib sein. Voller Wärme, Stärke, Spontaneität und Witz. Die Italiener lieben sie schon lange so, la bella Berger, eine Frau mit Charakter. Die Deutschen merkten in Mehrheit erst nach Helmut Dietls TV-Serie Kir Royal, was für eine wunderbare Schauspielerin sie in Senta Berger haben. „Ein sensationelles Bildschirm-Comeback“, schrieben die Zeitungen, und die Berger (über hundert Kinofilme, ungezählte Rezitationsabende, Theater- und Fernsehrollen) kommentierte das mit heiterem Sarkasmus: „Wie kann man ein Comeback haben, wenn man nie richtig da war? – In Deutschland werde ich alle paar Jahre neu entdeckt.“

Der stern hat der „Entdeckung des Jahres 1987“ daraufhin eine gute Frage gestellt: „Es hat oft geheißen, Ihre Schönheit stand Ihnen im Weg, um eine ernstgenommene Schauspielerin zu werden. Ist Schönheit eine Belastung?“

Wir haben erwartet, Senta Berger antwortete mit einem herzhaften: Na, und wie! Sie aber sagte: „Diese Frage zu beantworten fällt mir schwer, weil wenn ich die bejahe, dann haben Sie mich vielleicht weitgehend dahin mißverstanden, daß ich meine, daß ich schön sei.“