Es fällt auf, daß sich die FDP zunehmend mit den Banken anlegt. Parteichef Otto Graf Lambsdorff kritisiert beharrlich die Macht der Banken. Und, an den Bundesverband deutscher Banken gerichtet, beanstandete er: "So, wie die Banken mit der Kritik umgehen, machen sie es sich zu einfach."

Auch nicht gerade zimperlich war Hermann-Otto Solms, der finanzpolitische Sprecher der Liberalen. Nach dem Börsenkrach vom 13. Oktober kritisierte er, die Kreditinstitute hätten aus Eigennutz Kleinanleger nicht vom Verkauf ihrer Wertpapiere abgehalten.

Jetzt platzte Wolfgang Roller, dem Präsidenten des Bankenverbandes, der Kragen. "Ich möchte nicht verhehlen", schrieb er an Solms, "daß mich Ihre Äußerungen sehr irritiert haben." Bereits am Montag nach dem Crash habe er, Röller, sich in Zeitungen und im Fernsehen klar geäußert und empfinde es "als im höchsten Maße ungerechtfertigt", wenn Solms die Banken öffentlich und pauschal verdächtige, "ihre Kunden falsch beraten zu haben – und das auch noch im eigenen Geschäftsinteresse".

"Ich möchte Sie persönlich, sehr geehrter Herr Dr. Roller, ausdrücklich von diesem Vorwurf ausnehmen", schrieb Solms zurück. Der gesamten Kreditwirtschaft warf er allerdings vor, das Image der Börse zu schwächen: "Wenn man die öffentliche Diskussion um die Weiterentwicklung des deutschen Börsenwesens verfolgt, so stellt man überrascht fest, daß sich die Banken anscheinend weniger um Vertrauensbildung für das Börsengeschehen benühen, als daß sie sich untereinander darüber streiten, ob die Börsenzeiten verlängert werden sollten oder ob die Präsenzbcrse durch eine Computerbörse ergänzt oder ersetzt werden soll." Versöhnlich klingt das nicht.

Ein ganz spezifisches Problem haben die Grünen: Die großen Parteien kupfern bei ihnen die besten Ideen ab. So stellte Fraktionsmitarbeiter Wolfgang Bayer fest: "Die von den Grünen programmatisch entwickelte Idee des ökologischen, sozialen und demokratischen ‚Umbaus der Industriegesellschaft‘ taucht inzwischen als Begriffshülse im Vokabular etablierter Parteien auf."

Die Grünen gingen zum Gegenangriff über und publizierten ihre gesammelten wirtschaftspolitischen Vorstelungen, quasi das Original zu den "verwässerten Kopien unserer politischen Wettbewerber".

Als Kronzeuge wird der erzkonservative Philosoph Günter Rohrmoser zitiert: "In der Kohl-Ära geht de geistige Inspiration und Führung der Politik nicht von der CDU, sondern von den Grünen aus."