Hamburg-Besucher haben eine Menge Auswahl, wenn sie einen Reiseführer für die Ferien in der Hansestadt erstehen wollen. Wenn die Stadt an Elbe und Alster auch nur noch mit wenigen historischen Gebäuden aufwarten kann, so kommt trotzdem viel Sehenswertes und Interessantes in allgemeinen Stadtführern oft zu kurz. Diese Lücke schließen ein paar Spezialführer, die allesamt aus diesem Jahr stammen. Beispielsweise die Hamburger Museen: Hierüber informieren ausführlich der „Verführer durch die Museen der Freien und Hansestadt Hamburg“ sowie der „Verführer durch Hamburgs private Museen und Schausammlungen“ (Verlag am Galgenberg/Hamburg, je 20,– DM), zusammengestellt und geschrieben von Michael Koglin, mit Photos von Wolfgang Huppertz. Der Autor beschreibt allerdings nicht akribisch jedes einzelne Schaustück, sondern versteht es, in seinen Texten die manchmal ein bißchen dröge Museumsatmosphäre aufzulockern. Ein bißchen zu knapp geraten sind allerdings die Anreisebeschreibungen, da müssen selbst Hamburger erst einmal zum Stadtplan greifen.

Speziell mit historischen Bauten und Straßenzügen beschäftigt sich der kleine Band „Hamburger Bau- und Kulturdenkmale – Innenstadt und Hafenrand“ (4,80 DM) von Ingrid Hansen, von der Kulturbehörde/Denkmalschutzamt der Hansestadt beim Hans Christians Verlag in Hamburg herausgegeben. Die numerierten Kurztexte (jahrhundertweise geordnet, mit entsprechenden Photos) findet der Leser nicht nur auf beigegebenen Straßenplänen wieder, sie erscheinen auch am jeweiligen Bauwerk auf daran angebrachten blauen Tafeln. So können Hamburg-Touristen auch einmal nach etwas anderem Ausschau halten als nach dem Rathaus, dem Michel oder dem Chilehaus: nach dem ehemaligen Görtz-Palais (erbaut 1710-1711) beispielsweise, nach der englischen Kirche St. Thomas A Becket oder nach dem Afrika-Haus.

Jede Menge zu entdecken gibt’s natürlich auch im Hafen und drumherum, in einschlägigen Reiseführern oft nur unter „ferner liefen ...“ abgehandelt mit Hinweis auf die allseits bekannten Hafenrundfahrten: Mit dem beim VSA-Verlag/Hamburg erschienenen „Hafenführer“ (Herausgeber Werner Skrentny, 24,80 DM) in der Tasche kann man dort praktisch nichts mehr übersehen. Doch das Buch ist nicht einfach nur „Besichtigungshilfe“: Der Leser bekommt Einblick in eine schwer durchschaubare, fremde Welt und lernt eine Menge über Vergangenheit und Gegenwart des Hafens – sowohl anhand von Fakten als auch aus alten Berichten. Wer sich nicht mit den Sprüchen der Barkassenführer zufriedengibt, ist mit dem Kauf dieses Buches gut beraten.

Hella Leißner