Wissen

Häusliche Datenbank

Der Kommissar im TV Krimi ist mit seinem Latein am Ende. Doch sein Jungassistent wirft den Computer an und läßt sich von der Maschine alle potentiellen Missetäter mit einschlägigen Vorstrafen und typischen Merkmalen ausdrucken.

Eine Hütte für den Ingenieur

Also ward im Jahre 1856 zu Berlin beschlossen, „eine Kommission von acht Mitgliedern zu wählen, die aus den Vorträgen der Herren Lehrer des Instituts ein Vademecum zusammenstellen soll".

Gut genießbare Gift-Geschichte

Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist", schrieb Paracelsus in seinen „Defensiones" bereits vor 450 Jahren.

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DIE ZEIT

DDR: Zeichen und Wunder

© dpa

Am Samstag den 4. November 1989 ist Ost-Berlin in Wallung. Szenen aus einer aufgebrachten Stadt.

Ein Aufstand gegen Zwang und Lüge

Jeden Montag Hunderttausende in Leipzig, Zigtausende überall in den Städten der DDR, eine Million Menschen in Ost-Berlin: ein ungeheurer Massenprotest gegen eine verhaßte Parteiherrschaft, gegen Gängelung und Kommandowirtschaft, gegen Drohung und Zwang, gegen Verordnung und Lüge, gegen persönliche Unterdrückung und Einsperrung des gesamten Staatsvolkes.

Nur Stühle rücken?

Der spöttische Rat Bertolt Brechts, erteilt nach dem 17. Juni 1953, scheint nun endgültig in das Archiv des historischen Sarkasmus zu wandern: „Wäre es da nicht einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte sich ein anderes?“ Am Dienstag geschah das im zweiten deutschen Staat bisher Unerhörte: Der Ministerrat der DDR trat zurück.

Worte der Woche

„Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen, nach Jahren der geistigen, wirtschaftlichen und politischen Stagnation, nach Dumpfheit und Mief, Phrasengewäsch, bürokratischer Willkür und Blindheit.

Marsch ohne rote Fahne

Auf den Spruchbändern stand: "Proletarier aller Länder, verzeiht!", "72 Jahre – ein Weg ins Nichts", "Oktober-Umsturz, ein Unglück", "Ruhm der KPdSU – als gleicher unter gleichen", "Für den sowjetischen Arbeiter nichts als Elend – Solidarität mit dem Streikkomitee von Workuta" und: ",Der Gipfel der Schande und des Abscheus ist eine Partei an der Macht, die ihre Schurken verteidigt’ – W.

"Die Euphorie ist abgeklungen"

Erwin Wingenbach wachsen die Probleme allmählich über den Kopf. Er ist Leiter des Notaufnahmelagers im westfälischen Schöppingen, einer Außenstelle des längst überfüllten Aufnahmelagers in Gießen.

Die Führung hat ihr Volk verloren

Die DDR-Führung gerät jetzt in Panik. Daß der von Politbüromitglied Willi Stoph geführte 44köpfige Ministerrat am Dienstag zurücktrat, war kaum noch eine Überraschung.

Kräftiges Wirtschaftswachstum und sinkende Arbeitslosenzahlen: In Hamburg geht es aufwärts. Doch bei den regierenden Sozialdemokraten fliegen wieder einmal die Fetzen.: Zittern vor den Republikanern

Ein Blick in die Morgenzeitung genügte, um Henning Voscherau das Wochenende gründlich zu verderben. Hamburgs Erster Bürgermeister konnte nicht fassen, was er da in einem Welt-Interview las: "Interessant für die politische Kultur in Hamburg fände ich allerdings auch eine Ampel-Koalition – die Kombination aus sozialdemokratischer Sozialpolitik, grüner Umweltpolitik und liberaler Rechtspolitik.

Deutschlandtag: Viel Dampf, wenig Druck

Geschlossen begaben sich die knapp 280 Delegierten des Erlanger Deutschlandtages der Jungen Union auf die Suche nach Erfolgserlebnissen; sie wurden überraschend schnell fündig.

Bonner Bühne: Barone des Konsenses

Stilgerecht, witzig und geistreich – wann trifft das je alles zusammen? Und das auch noch in Bonn? Es dem aber so an dem Abend, zu dem David Marsh und sein Londoner Verlag in den Bonner „Königshof“ eingeladen hatten.

Weltbühne: Schlangen in Amerika

Wenn Kronjuwelen den Besitzer wechseln, ist mehr als Geld im Spiel. Erst Hollywood, dann traditionsreiche Gebäude in Manhattan von den Japanern gekauft, das war für die meisten Amerikaner wie ein Stich ins Herz oder – so Newsweek – als ob "ein Stück der Seele Amerikas" verhökert worden sei.

Sonntags immer

Griechenland treibt dem Staatsbankrott zu, aber es muß weiterhin einer stabilen Regierung entbehren. Am Sonntag wählten die Griechen – zum zweiten Mal in fünf Monaten – ein „unmögliches“ Parlament: Keine Partei hat die absolute Mehrheit, niemand will koalieren.

Parlament auf Tauchstation

Wer den Terminplan des Deutschen Bundestages zu lesen versteht, stellt fest: Es gibt ihn noch. Unter der neutralen Bezeichnung „1.

Das U-Boot-Geschäft

Herbst 1981: Das Lübecker Ingenieurkontor IKL, ein im U-Boot-Bau erfahrenes Konstruktionsbüro, schließt mit der südafrikanischen Firma K.

Anwälte unter Verdacht: Polizei hört mit

Per Zufall erfuhren die beiden Hamburger Rechtsanwälte Hans-Joachim Spier und Peter Wulf, daß im März dieses Jahres ihre Telephone von der Polizei abgehört worden waren.

Tod eines Monstrums

Für östliche Reformpolitiker hat der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe keine Zukunft mehr

Lauter fromme Lügen

Eigentlich könnte sich jeder beruhigt zurücklehnen, dessen Wohl und Wehe vom deutschen Steinkohlebergbau abhangt. Schließlich haben sich die Politiker darauf verständigt, den Zechengesellschaften bis Ende 1995 Lieferungen von jährlich gut vierzig Millionen Tonnen Kohle an die Elektrizitätswirtschaft zu sichern und damit den wichtigsten Absatzmarkt des Bergbaus zu stabilisieren.

Bonner Kulisse

Es fällt auf, daß sich die FDP zunehmend mit den Banken anlegt. Parteichef Otto Graf Lambsdorff kritisiert beharrlich die Macht der Banken.

Erika Martens:: Bildung sichert den Vorsprung

Die Summe macht Eindruck: Mehr als 26 Milliarden Mark ließen sich deutsche Unternehmen 1987 (neuere Daten liegen nicht vor) die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter kosten, achtmal mehr, als Bund, Länder und Gemeinden für den gleichen Zweck zahlen, und mehr, als der Staat für alle Hochschulen lockermacht.

Bremen: Die Dampfmacher

Das Lob fällt auffallend üppig aus. Wer immer gegenwärtig in Bremen um ein Urteil über eine neue Energiestudie für die Stadt gebeten wird, der preist die „sorgfältige Analyse“, das „große Arbeitspensum“ und den „richtigen Ansatz“.

Flugzeugindustrie: Auf einsamem Posten

Wenn sich Spitzenpolitiker wie Frankreichs Staatspräsident François Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl besuchen, dann wird über vieles geredet, manches sogar beschlossen.

Automobilindustrie: Drängelei in der Luxusklasse

Das Bild eines Meisters, der sorgsam und liebevoll einen Buchsbaumstreifen in das Walnußfurnier des Armaturenbrettes einpaßt, schmückt den Umschlag des 88er Geschäftsberichts – des wahrscheinlich letzten, den Jaguar als unabhängiger britischer Autohersteller vorgelegt hat.

Streit der Wirtschaftsmächte: Japan kauft Amerika

Sony hat ein Stück der amerikanischen Seele aufgekauft“, empörte sich das amerikanische Nachrichten-Magazin Newsweek im Oktober über den spektakulären Erwerb der Hollywood-Filmgesellschaft Columbia Pictures für insgesamt 4,6 Milliarden Dollar.

Verhaltene Anleger

Die Kurserholung nach dem kleinen Börsenkrach vom 16. Oktober war nur von kurzer Dauer. Inzwischen geben die Aktiennotierungen wieder nach.

Starke Bremse

Zumindest nach Meinung der Notenbanken muß die Konjunktur in den Industrieländern außerordentlich robust sein. Denn anders ist die derzeitige Geldpolitik, insbesondere die der Deutschen Bundesbank, kaum zu verstehen.

Manager und Märkte

DGB: Anke Fuchs an die Spitze? Feldmühle Nobel: Konkurrenz für Veba Verlage: Spekulationshilfe für Sowjets

Freie Fahrt für Luftverpester

Der Bundeskanzler höchstpersönlch hatte sich der Sache angenommen. In seiner Regierungserklärung vom 27. April diesen Jahres kündigte Helmut Kohl an, schnell für bessere Luft in der Republik zu sorgen.

Die erkennate Gefahr

Immer wieder versucht die Autoindustrie in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, die Krebsgefahr durch Dieselabgase sei wissenschaftlich nicht erwiesen.

„Das große Geld ist zerstörerisch“

Lutzenberger: Wir haben mehr erreicht, als wir je hofften. Die Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank haben ihre großen Kredite an die brasilianische Regierung zurückgestellt.

Umweltpionier

Der Deutsch-Brasilianer José Lutzenberger (62) arbeitete dreizehn Jahre lang als Manager für den BASF-Konzern in der Bundesrepublik, in Venezuela und Nordafrika.

DDR im Umbruch: Sein oder Nichtsein

Diese Frau traut sich was. Mit der Leitung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), der größten Organisation der DDR, hat die 55jährige Annelis Kimmel zugleich riesige Probleme am Hals.

Das nutzlose Geld

Glück und Liebe halten ewig an, solange sie dauern“, lautet ein brasilianisches Sprichwort. Vor zehn Jahren, am 16. September 1979, war der Landarbeiter José Feitosa da Silva der glücklichste Mann in Amazonien.

Brasilien: Wirtschaft auf Tauchstation

Über die spiegelglatten Flure huschen die letzten Bittsteller; irgendwo klappert noch eine Schreibmaschine. Maria Celina Cardoso schiebt lustlos ihren Kaffeewagen durch das Labyrinth des Innenministeriums: „Bis zum Juni mußte ich jeden Tag mindestens sechs Liter Kaffee kochen – aber jetzt reichen schon zwei oder drei Liter“, klagt sie.

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