Von Reinhold Rombach

Die turbulenten Ereignisse an den Börsen hinterließen in etlichen Wertpapierdepots markante Spuren. So manche Profis mußten reichlich Federn lassen. Das belegt auch die Wertentwicklung der Aktiendepots im Börsenspiel anschaulich. Am schlimmsten traf es im vergangenen Monat die Frankfurter Sparkasse. In nur vier Wochen türmten sich Verluste von über 24 000 Mark auf. Wertpapierchef Bernhard Kluge muß nun um den lange Zeit als sicher geglaubten zweiten Platz in der Rangfolge der Teilnehmer bangen, denn der Abstand zur DG-Bank ist mittlerweile beträchtlich zusammengeschrumpft.

Die Gründe für das schlechte Abschneiden liegen sicherlich auch daran, daß die Spekulation mit deutschen Optionsscheinen nicht aufging. Sie wurden nicht rechtzeitig abgestoßen. Bei einem Kursverlust deutscher Aktien von im Schnitt zwölf Prozent kamen die dazugehörigen Scheine aufgrund der Hebelwirkung weitaus stärker unter Druck. Das gilt beispielsweise für den Optionsschein 1985 von Bayer, der mit einem Minus von 25,82 Prozent zu Buche schlägt.

Auch die Spekulationen mit Übernahmekandidaten machen Bernhard Kluge schwer zu schaffen. So hielt er das Papier der Westfälischen Zellstoff, trotz stagnierender Kursentwicklung, lange Zeit, um es zur Monatsmitte dann doch mit einem Verlust von knapp dreizehn Prozent gegen Volkswagen zu tauschen. Noch fataler ist die Situation bei der österreichischen Aktie Hutter & Schrantz, die immer wieder als Übernahmekandidat ins Gespräch kam. Besonders hartnäckig hielt sich das Gerücht, der Vorstandsvorsitzende selbst wolle das Unternehmen übernehmen. Obwohl in österreichischen Bankkreisen längst müde abgewunken wurde, wenn die Rede auf eine mögliche Übernahme kam, kaufte Bernhard Kluge den Wert Anfang September. Mittlerweile scheint der Traum von markanten Kurssteigerungen wohl endgültig ausgeträumt. Wilhelm Hansi, der Vorstandsvorsitzende von Hutter & Schrantz, verläßt das Unternehmen zum Jahresende, die Wiener Creditanstalt bleibt Mehrheitsgesellschafter, und Bernhard Kluge hat mit einer möglicherweise immer noch zu teuren Aktie derzeit einen Verlust von gut 25 Prozent hinzunehmen. Der Wertpapierchef der Frankfurter Sparkasse hält dennoch an diesem Wertpapier fest. Der Grund: Die deutsche Rothenberger-Gruppe soll nunmehr interessiert sein.

Die DG Bank ist im Aufwärtstrend. Zwar liegen die Genossenschaftsbankiers immer noch auf Rang drei, dennoch verloren sie in den turbulenten Tagen sehr viel weniger Geld als die Mitstreiter. Die Mannschaft um Hans-Joachim Stemann konnte sogar zum Monatsende mit dem Verkauf der Nippon-Express Optionsscheine einen stolzen Gewinn von fast vierzig Prozent realisieren; das ist angesichts der schwierigen Börsenzeiten eine bemerkenswerte Leistung.

Die für den Verkaufserlös erstandenen Optionsscheine von Sumitomo Metal Industries könnten eine ebenso gelungene Investition werden. Der drittgrößte japanische Rohstahlerzeuger zählt mit einem Kurs- / Gewinnverhältnis (KGV) fürs kommende Jahr zu den preiswertesten der Branche. Nippon Steel haben beispielsweise ein KGV von 60, bei Kobe Steel beträgt diese Kennzahl gar 77.

Die derzeitige Lage im japanischen Aktienmarkt ist im Vergleich zu den Sommermonaten von einem doppelten Umsatzvolumen gekennzeichnet, und besonders den Stahlaktien räumen Marktkenner für die nächsten Wochen die besten Chancen ein. Bei einem Hebel von 3,65 sind bei diesem vergleichsweise günstigen Stahlwert ohne weiteres beträchtliche Gewinne möglich: Steigt die Aktie nämlich um zehn Prozent, springt der Optionsschein um 36,5 Prozent.