Es mußte schon allerhand zusammenkommen, bis sie sich formierte, die Beatgeneration — wenn ein so festumrissener Begriff überhaupt anzuwenden ist auf den losen Zusammenschluß von Menschen mit gleichem Gespür. Das Amerika der fünfziger Jahre ist vom Sendungsbewußtsein durchdrungen, Erhalter der Freiheit zu sein, wenn nötig mit der Atombombe, und von einem fast religiösen Antikommunismus. Von den Bürgern erwartet man Anpassung an den dienten Lohn empfangen.

Da erscheint 1957 ein Buch: "On the Road". Jack Kerouac erzählt von der Gier nach neuen Erlebnissen, neuen Erfahrungen, zwei Freunde treibt es quer durch das Riesenland, immer auf der Suche, nie zufrieden. Dieses Buch wird auf Anhieb ein Bestseller.

Hetmanns Biographie des Jack Kerouac liest sich so spannend wie die Erzählungen des Aussteigers Jack. Frankokanadier sind die Eltern, sie wohnen in Lowell bei Boston. Dort wird Jack am 12. März 1922 geboren. Mit elf denkt er sich seine ersten Romane aus, er wird vorzüglicher Footballspieler, um den sich zwei Universitäten reißen, sein IQ wird später, bei der Marine, als der höchste bezeichnet, der je bei einem Soldaten errechnet wurde. Aber sowie man dieses glänzende Etikett nur ein wenig zur Seite schiebt, zeigen sich Risse und Brüche, die nichts mehr mit einer Erfolgsstory zu tun haben.

Frederik Hetmann legt sehr behutsam und nach ausführlichem Quellenstudium Schicht um Schicht beiseite. In Kerouacs Lebenslauf spiegelt sich das Bild der Beatgeneration.

Uneingeschränkt ehrlich wollte man sein, sich und auch den Lesern gegenüber, man wollte keine Tabus, auch keine sexuellen Tabus, mehr anerkennen "Nicht in Anpassung, von der man meinte, daß sie zur Versteinerung und zum Klischee führe, sondern in Offenheit und Lebendigkeit sah man das Idol Da man die Werte der Gesellschaft allgemein in Frage stellte, empfand man selbst das, was sie als Verbrechen brandmarkte, nicht mehr als strafbar. Das betraf zum Beispiel Autodiebstahl und Drogengebrauch.

"Drogen waren damals, wenn überhaupt, nur sehr begrenzt, beispielsweise unter schwarzen Jazzmusikern, bekannt und verbreitet William Burroughs und Alan Ginsberg, Kerouacs Freunde, sind drogensüchtig. Jack wird der Alkohol zum Verhängnis "Burroughs, Ginsberg und Kerouac sprachen sich später in rational gefällten Urteilen gegen Drogen aus und sahen diese durchaus als Geißel unserer Zeit an "

Aber die endlosen Fahrten quer durch Amerika, die sexuellen und Alkohol Exzesse, die Jazzsessions und die Beschäftigung mit östlichen Religionen sind letzten Endes nur Vehikel für ein totales Ausleben, das unbegrenzte Gefühl, die absolute Wahrhaftigkeit. Kerouac mochte alle Romane, vor und nach dem Bestseller, als ein einziges Buch sehen "Mein Werk umfaßt ein immens langes Buch wie das von Proust "