Eine interne Studie des amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing belegt den hohen Sicherheitsstandard moderner Düsenjets. Die meisten technischen Pannen wurden bei amerikanischen Fluggesellschaften gezählt.

Boeing hat für die Flugzeugtypen B 747, DC-10 und B 767 die im vergangenen Jahr „aus technischen Gründen“ verspäteten (mindestens fünfzehn Minuten) oder gestrichenen Flüge aufgelistet. Die Ergebnisse belegen zwar einen insgesamt hohen Sicherheitsstandard moderner Düsenflugzeuge. Beim Sicherheitsvergleich der Fluggesellschaften untereinander schnitten die amerikanischen Airlines durchweg am schlechtesten weg.

Damit scheinen im nachhinein die Kritiker recht zu bekommen, die bereits vor der Freigabe des US-Himmels für den totalen Wettbewerb prophezeiten, US-Luftfahrtunternehmen würden wegen des zu erwartenden Wettbewerbs und des daraus resultierenden Kostendrucks die technische Wartung ihrer Jets großzügiger handhaben.

Mit fast sechs verspäteten oder gestrichenen Flügen pro hundert Abflügen führt PanAm die B-747-Pannenstatistik an. Dahinter folgen Northwest Airlines und TWA, die pro hundert Starts jeweils um die fünf verspätete oder gestrichene Flüge auf ihr Konto buchen mußten. Dann folgen die australische Qantas, British Airways, die Air France, die KLM und die Lufthansa.

Der deutsche Carrier pendelte sich bei der Marke zwei ein. Die wenigsten technischen Defekte hatte Japan Airlines. Nur einer von 200 Flügen war verspätet oder mußte gestrichen werden. Auch beim Einsatz der DC-10 führen die US-Fluggesellschaften Continental Airlines, Northwest, United Airlines und American Airlines unangefochten die Pannenstatistik an. Im Durchschnitt waren mehr als drei von hundert DC-10-Flügen verspätet oder wurden gestrichen, fünfzig Prozent mehr als beim Jumbo-Jet.

Die B 767, das zweistrahlige Langstreckenflugzeug von Boeing, erreichte zwar bessere Werte, aber auch hier führen die amerikanischen Gesellschaften TWA, United Airlines und American Airlines die Negativliste an.

Wegen technischer Zwischenfälle in der Luft mußte an Bord der Boeing 747, dem Jumbo-Jet, einmal in 10 000 Triebwerksstunden bei Northwest Airlines ein Triebwerk während des Fluges abgeschaltet werden. Mit deutlichem Abstand folgen die PanAm, United Airlines, TWA und British Airways. Die zwecks gemeinsamer Wartung in der Atlas-Gruppe zusammengeschlossenen europäischen Fluggesellschaften Air France, TAP, Lufthansa, Alitalia und Sabena meldeten nach Japan Airlines die wenigsten technischen Pannen. Menschen kamen nicht zu Schaden, weil ein Jumbo-Jet mit drei Triebwerken genauso sicher fliegt wie mit vier.