Der Deutsch-Brasilianer José Lutzenberger (62) arbeitete dreizehn Jahre lang als Manager für den BASF-Konzern in der Bundesrepublik, in Venezuela und Nordafrika. Aus Protest gegen den Einsatz von immer mehr Chemie in der Landwirtschaft quittierte er 1970 seinen hochbezahlten Job und wandelte sich zum radikalen Umweltschützer. Er wurde einer der profiliertesten Kämpfer für den Erhalt des bedrohten Regenwaldes in Brasilien. In seiner Heimatstadt Porto Allegre gründete er eine Stiftung zur Finanzierung von Umweltprojekten; außerdem gehört ihm eine Recyclingfirma mit achtzig Beschäftigten. Weltweit berühmt wurde Lutzenberger im vergangenen Jahr, als er den von dem deutsch-schwedischen Journalisten Jakob von Uexküll gestifteten „alternativen Nobelpreis“ erhielt. Ende Oktober reiste Lutzenberger durch Westeuropa und nahm unter anderem an einem Kongreß gegen Freihandelsbestrebungen in der Landwirtschaft in Hamburg teil.