Irgend etwas fehlt. Seit Jahren. Was war das nur? Wo kommt sie bloß her, diese melancholische Spur unter der Bewußtseinsschwelle? Die plötzlich saugende Leere hinter der verlorenen Erinnerung? Hatte es nicht auch mit diesem Rechtsanwalt von nebenan zu tun, Müller Zwo, der auf einmal ein anderer geworden war, unfaßbar, vorher Jurist, hinterher ein guter Mensch, hieß er nicht auch plötzlich anders, der Müller Zwo, wie hieß er doch, war’s nicht wie ein ferner, sanfter Klang aus Scheherazades Nächten, ja das, dieser Ton, der damals überall summte, Vibrieren, Ventriloquieren der Kultur, was war es nur? –

Da, in diesen rasenden Tagen der Begeisterung, trifft sie auch uns wie ein Blitz – die Erleuchtung, die Erinnerung: „Poona“, lesen wir, „9. November (dpa)“. Bhagwan! Oh Bhagwan! Du zurück? Oh warte, nur einen Augenblick, ein kleines historisches Momenterl, sag an: Was tun? – „Eine entvölkerte DDR“, lesen wir, „kann Heimat für eine internationale Kommune meiner Anhänger werden. Ich und meine Jünger könnten ein Paradies aus ihr machen, um das uns alle Länder, einschließlich der USA und der BRD, beneiden würden.“ Das wollen wir ein rechtes Wort zur rechten Zeit nennen. Und Sie, Kohl, wie finden Sie jetzt die Sache mit dem „Runden Tisch“, Sie Ab- und Bundeskanzler? „Herr Momper“, sagen Sie, „spricht eine andere Sprache als ich.“ Das hoffen wir. Was aber sagen Sie zu dieser: „Entweder die DDR vereinigt sich mit der BRD und wird ein Teil der kapitalistischen Welt, oder sie versucht ein mutiges, neues Experiment, das Kommunismus und Meditation vereinigt.“

Uns schwirrt der Kopf. Ashram am Alex, Poona in Pankow, Politbüro in Orange und im Schneidersitz, Honni, Gorbi, Trabi – oh Bhagi! Welch ein Panorama! Nur diese eine Geschichte, daran müssen wir leider erinnern, dieser Sexual-Erlaß von Poona, diese Präserventions-Maßnahme gegen Aids – also das geht nicht. Was hat man von der Reisefreiheit, wenn man kein Visum braucht, aber einen Test machen muß, keinen Paß mehr, aber, ähm, diese Gummis. Man stelle sich vor, diese Verkehrsbehinderungen, also an den Grenzen, die würden zur Dauereinrichtung. Nein, das geht nicht. Das muß fallen wie die Mauer. Dann wird alles gut, wir freuen uns sehr.

Hier gibt’s nämlich immer noch „Umfragen“, ob der Sozialismus am Ende sei. Finis