Immer wenn sich im deutschen Konsumverhalten neue Trends andeuten, werden sie von der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) analysiert und auf ihre konkrete Bedeutung für die Marktstrategien der EMMA-Kunden hin abgeklopft.

„Wie laufen denn zur Zeit die Trends?“ fragte EMMA-Direktionsassistent Dr. Günter P.

„Die Konsumenten gehen eindeutig auf Luxus“, sagt der junge Kollege R., der nie eine Krawatte unter 76,50 Mark kauft. „Stichwort: Demokratisierung des Luxus! Jeder ein Oscar Wilde, der einen ganz einfachen Geschmack hatte: immer nur das Beste!“

„Klare Sache“, sagt Dr. P., „Luxus ist Qualität des Lebens.“

„Die Trendsetter“, sagt der ältere Kollege M., „tendieren zu einer neuen Bescheidenheit. Stichwort: Perrier statt Champagner! Und zu einer neuen Besinnlichkeit. Materieller Ultra-Wohlstand und Frau Thatcher sind out. Besinnung auf Wesentliches ist in. Nach dem Wohlstand die Sinn-Flut!“

„Klare Siehe“, sagt Dr. P. „Einerseits Lust auf Luxus, andererseits führen Überdruß und Umweltangst zur Askese, wie sie Carl Friedrich van Weizsäcker und andere Trend-Philosophen seit langem fordern. Ich fasse zusammen: Luxus und Askese – der Trend geht zur Luxese!“

„Genau“, sagt die Runde.