Auf den Börsenkrach vom Freitag, den 13. Oktober, haben nicht nur die Anleger reagiert, sondern auch DIE ZEIT. Normalerweise veröffentlichen wir die Ergebnisse der Investmentfonds nach jedem abgelaufenen Quartal. Diesmal haben wir den Oktober in die Analyse mit einbezogen, um zu sehen, wie die Fonds die Turbulenzen an den Aktienbörsen überstanden – und da zeigen sich interessante Ergebnisse.

Ein Blick auf die beiden letzten Spalten der Tabelle macht deutlich, daß der Börsenkrach so manchem der überwiegend jungen Fondsmanager die Suppe versalzen hat. Meßlatte für ein geschicktes Krisenmanagement ist der Kursrückgang des Deutschen Aktienindex (Dax) um 6,5 Prozent – und immerhin neun Fonds haben im Crash-Monat diese Hürde nicht geschafft (siehe Tabelle).

Zum Teil gingen die Kurse der Investmentanteile deutlich stärker zurück als der Dax-Index. Besonders schlimm erwischte es Fondak (Bayerische Vereinsbank/Commerzbank) und Concentra (Dresdner Bank), beide Fonds verloren im Oktober 7,7 Prozent. Interessant ist, daß der ebenfalls von der Dresdner Bank verwaltete DIT-Spezial – im übrigen der neue Spitzenreiter in der Tabelle – mit einem Minus von sechs Prozent wesentlich besser abschnitt als Concentra.

DIT-Geschäftsführer Rudolf Chomrak hat dafür eine einfache Erklärung: „Concentra ist ein Fonds für deutsche Standardaktien, DIT-Spezial ein Fonds für kleinere Nebenwerte. Die Standardaktien hat es am Freitag den Dreizehnten aber besonders getroffen, und so ging auch der Wert der Concentra-Anteile mit in den Keller.“

Chomrak weist damit auf eine weitere Eigentümlichkeit des diesjährigen Oktober-Spektakels an den Börsen hin. Normalerweise leiden die Nebenwerte unter Börsenunruhen besonders stark, das heißt, die Kurse dieser Papiere gehen dann tiefer in den Keller als die der großen Standardaktien. So war es etwa beim Börsenkrach vor zwei Jahren. Damals kam DIT-Spezial fürchterlich unter die Räder, viel stärker jedenfalls als Concentra.

Diesmal war es genau umgekehrt. Für den Anleger bedeutet das, daß er vor allem auf die Rendite seines Fonds zu achten hat, denn derartige Unwägbarkeiten sind nicht vorhersehbar. Stimmt die Rendite, so sind Verluste in der Regel entgangene Gewinne, und die sind allemal leichter zu ertragen als tatsächliche Verluste, also Kursrückgänge, die den Wert des persönlichen Fondsvermögens unter den des investierten Kapitals drücken.

Was die Rendite angeht, so zeigt ein Blick in die Spalte „Südprojekt-Anlegerperformance“, daß die deutschen Aktienfonds insgesamt sehr gut abschneiden. Immerhin vierzehn der neunzehn Fonds liegen über der Hundert-Prozent-Hürde. Ein völlig indiskutables Ergebnis liefert eigentlich nur das Schlußlicht AAR-Universal Fonds 1; er brachte es in den vergangenen 22 Monaten nur auf einen Wertzuwachs von 14,2 Prozent. Aber dieser Fonds scheint ohnehin eine Art Auslaufmodell zu sein. Das Fondsvermögen beträgt nämlich nur noch wenige Millionen Mark, und tatsächlich ist er inzwischen auch kein richtiger Aktienfonds mehr. Der größte Teil des Fondsvermögens ist in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Das erklärt auch das gute Abschneiden dieses Fonds im Oktober, läßt allerdings auch für die Zukunft nicht viel erwarten. Als in Deutschland anlegender Aktienfonds erscheint AAR-Universal jedenfalls zum letztenmal in dieser Tabelle. Neu in der Tabelle ist SMH-Spezial-Fonds 1 des Frankfurter Bankhauses Schröder, Münchmeyer, Hengst. In der Presse wird dieser Fonds gern als „Deutschlands bester Aktienfonds“ (FAZ) bezeichnet, hier liegt er aber nur auf Rang zwei. Der Grund: SMH-Spezial hat gegenüber der Konkurrenz einen deutlich höheren Ausgabeaufschlag, und der will erst einmal verdient sein. Daß der SMH-Spezial erst jetzt in der Tabelle auftaucht, hat einen einfachen Grund: Nach längerem Überlegen stellte die Frankfurter Bank nun erst die historischen Daten zur Verfügung, die die Analysefirma Südprojekt für die Berechnung benötigt. „Wer nichts zu verbergen hat“, kommentiert Südprojekt-Chef Thomas Vorwerk den Sinneswandel der SMH-Manager, „kommt auf uns zu.“ Solidus