DIE ZEIT

Wo der Wille fehlt...

Die Politik kann mit nützlichen Lebenslügen ganz gut leben. Versöhnung jedoch, das heißt, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Und wenn es nach der Wahrheit gehen soll, bleibt uns nur eine bedruckende Einsicht: Zu einem befreienden Akt endgültiger Versöhnung ist Helmut Kohls zwiegespaltene Reise nach Warschau nicht geworden.

Der lange Marsch von Leipzig

Die Stille überwältigt, und sie beschämt, weil sich soviel gelassener Mut dahinter verbirgt. Dicht an dicht stehen die Menschen vor der Nikolaikirche.

Auf den Westen kommt es an

Es heißt immer, in Deutschland hätte nie eine Revolution stattgefunden – wobei vergessen wird, daß eine der großen europäischen Revolutionen in eben diesem Land begonnen hat: Martin Luthers Reformation.

Angst vor der Abrechnung

Wir leben in einer der schwierigsten Zeiten der Geschichte der DDR und der Geschichte der Partei", sagte SED-Generalsekretär Egon Krenz bei einer jener Demonstrationen, die seine Partei in diesen Tagen organisiert.

Wir hatten es wohl schon halb vergessen

Am Dienstag wollte Wolf Biermann in der Ostberliner Samariterkirche singen – unter anderem dieses Lied. Doch die Behörden ließen den 1976 aus der DDR ausgebürgerten Liedermacher nicht einreisen, noch nicht wieder.

Im Westen viel Neues

Als auf den Bildschirmen die Menschen erschienen, wie sie, auf der Berliner Mauer zwischen Ost und West tanzend, singend, Champagner trinkend, ihre neue Freiheit feierten, da konnte sich kaum ein polnischer Bürger seiner Rührung erwehren.

Leises Lüftchen

Im kommunistischen Bulgarien war der Begriff Pluralismus bislang verpönt. Noch vor einem halben Jahr fand sich in der linientreuen Zeitung Kampf eine Karikatur, auf der sich zwei Streithähne gegenseitig anspuckten.

Zweimal Warschau und zurück

Helmut Kohls Reise durch Polen in sechs Tagen hat gute Aussicht, in die Geschichtsbücher einzugehen als einer der merkwürdigsten Staatsbesuche, die je ein Bundeskanzler absolvierte.

Kurze Freude und zähes Erwachen

Es sei "schön undeutsch" zugegangen in diesen Berliner Tagen, freut sich Willy Brandt. Ein solches Ausmaß an Fröhlichkeiten und Freundlichkeiten! Wie die DDR-Bürger bei ihrer Rückkehr den Polizisten zuriefen: "Kiek mal, wir kommen alle wieder.

Bonner Bühne: Bonn – bald Kulisse?

Natürlich, so pflegt Oberbürgermeister Daniels zu sagen, sei sich Bonn bewußt, daß es seine hauptstädtische Rolle nur stellvertretend für Berlin spiele.

Nachlese: Wahl in Namibia: Partner gesucht

Für zwei Stunden war das weiße Windhoek schwarz: Tausende aus der Schwarzenstadt Katutura feierten in der Kaiserstraße singend und tanzend den Wahlsieg der Unabhängigkeitsbewegung Swapo.

Nachlese: Dengs Rückzug: Mächtiger im Ruhestand

Gerade siebzehn Stunden war Deng Xiaoping auf dem politischen Altenteil, da trat er schon wieder in Aktion. In Pekings „Großer Halle des Volkes“ empfing das „einfache Parteimitglied“ (Deng) den früheren amerikanischen Außenminister Kissinger.

Weltbühne: Ein bißchen wie Gorbi

Der Gast aus Fernost wird, wie es sich gehört, bescheiden auftreten. Und doch sollten die Bundesdeutschen sich dadurch nicht täuschen lassen.

Die Mauer

Es ist einer dieser trostlosen Berliner Novembertage. Dichter, kalter Nebel hängt in den Straßen. Einsam steht der Mann von der Stadtreinigung auf dem Bürgersteig und kehrt.

Der 13. August 1961

Eine Invasion von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik, das hatte es auch 1961 gegeben. Sie lieferte dem Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht den Anlaß, die Mauer bauen zu lassen.

Wohnungsnot: Die Volksseele kocht

Für Sabine Heißing war es eine erste Begegnung mit dem real existierenden Journalismus. Tags zuvor hatte sie mit Bild-Reportern gesprochen und jetzt diese Schlagzeile: „Flüchtlinge leben wie Vieh“, klärt das Boulevard-Blatt seine Leser über die Unterbringung von 270 Aus- und Übersiedlern auf dem Campingplatz „Wunderbrunnen“ in Hamburg-Schnelsen auf, „der Wagen ist wie ein Käfig.

Von der Mark geschockt

Nach der Öffnung der Grenzen ist eine Währungs- und Wirtschaftsreform in der DDR unausweichlich

Bonner Kulisse

Nun hat der Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Jürgen Warnke, doch die Weichen gestellt, damit in Chinas Hafenmetropole Shanghai irgendwann eine U-Bahn fahren kann.

Renten Versicherung: Reform ohne Ende

Im deutsch-deutschen Trubel des vergangenen Wochenendes ging eine politische Entscheidung unter, die von Bedeutung für das soziale Leben über die Jahrtausendwende hinaus sein wird: Der Bundestag verabschiedete die Rentenreform in dritter Lesung, alle Parteien außer den Grünen stimmten dem Gesetzeswerk zu.

EG-Fusionskontrolle: Chance vertan

Die Bonner Haltung zur EG-Fusionskontrolle beginnt den deutschen Interessen mehr zu schaden als zu nützen. Denn die Bundesregierung hat einen guten Kompromiß abgelehnt, den Wirtschaftsminister Helmut Haussmann und der zuständige Kommissar Leon Brittan gefunden hatten und der deutschen Bedenken weitgehend Rechnung trug.

„Es geht langsamer als erhofft“

Leibinger: Ziel ist die gemeinsame Entwicklung einer Laser-Bearbeitungsmaschine, die zu einem Teil in der DDR und zu einem Teil bei uns gebaut werden soll, wobei wir den Laser und das DDR-Kombinat den maschinenbaulichen Teil fertigen sollen.

Raubbau nach Plan

Immer öfter werden in der Öffentlichkeit Versäumnisse im Umweltschutz diskutiert

Berufsgenossenschaften: Gefährliche Stoffe

Glaubt man der Statistik, hat sich der Arbeitsschutz in der Bundesrepublik prächtig bewährt. Wurden 1960 noch 9622 Arbeitnehmer Opfer einer Berufskrankheit, so hat sich die Zahl 1988 auf nur noch 3674 Fälle verringert.

Zur rechten Zeit Kasse gemacht

Das neue Verwaltungsgebäude, das die Otto-Wolff-Gruppe derzeit im Kölner Vorort Rodenkirchen bauen läßt, werden wohl nicht sehr viele Mitarbeiter von innen kennenlernen.

Bank und Börse: Die Leiden der jungen Manager

Auf den Börsenkrach vom Freitag, den 13. Oktober, haben nicht nur die Anleger reagiert, sondern auch DIE ZEIT. Normalerweise veröffentlichen wir die Ergebnisse der Investmentfonds nach jedem abgelaufenen Quartal.

Manager und Märkte

Marinetechnik: Ein Fall für Haussmann Kali-Chemie: Mit doppelter Zunge VW: Frauen nach vorn

Vorsichtige Lockerung

Noch vor wenigen Wochen hatte Alan Greenspan, der Präsident der amerikanischen Notenbank, die Forderung nach einer Zinssenkung entschieden zurückgewiesen.

Rudolf Engen: Der Trend zur Luxese

Immer wenn sich im deutschen Konsumverhalten neue Trends andeuten, werden sie von der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) analysiert und auf ihre konkrete Bedeutung für die Marktstrategien der EMMA-Kunden hin abgeklopft.

Kopie der Natur

Normalerweise produzieren die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse das Insulin. Doch wenn zu einem ererbten genetischen Defekt Virusinfektionen oder Entzündungen hinzutreten, kann diese lebenswichtige Funktion ausfallen.

Subventionen: Beängstigendes Wachstum

Wer die Begriffe Europäische Gemeinschaft und Subventionen hört, denkt automatisch an die horrend teure hochsubventionierte Agrarpolitik der EG.

Hilfe durch Einmischung

Es stand vor knapp einem Jahr in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit: „Das Entwicklungsproblem Sierra Leones ist derzeit nicht der Mangel an finanzieller Hilfe.

Hans-Günther Sohl: Mit Mut an die Spitze

Als Jockey auf einem lahmen Gaul ist er als erster ins Ziel gekommen – so kann man die berufliche Karriere des im Alter von 83 Jahren gestorbenen Hans-Günther Sohl beschreiben.

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