Von P. M. Rinaldo

NEW YORK. – Es gibt keinen zwingenden Grund dafür, daß die Woche sieben Tage hat. Andere Kulturen kennen unterschiedliche Zeit-Einteilungen, von der Vier-Tage-Woche der Bantu und Ibo bis zur Acht-Tage-Woche im alten Rom. Unsere Sieben-Tage-Woche ist anscheinend auf Aberglauben zurückzuführen. Im Nahen Osten galt die Sieben als Unglückszahl; am siebenten Tag unterblieb jegliche Tätigkeit.

Aber eine Reihe von Gründen sprechen für die Einführung einer Fünf-Tage-Woche. Wir müßten nicht so lange auf den Freitag warten. Natürlich wäre Voraussetzung dafür, daß zwei der uns jetzt vertrauten Wochentage abgeschafft würden. Aber welche? Der dritte Tag der Woche ist dem römischen Kriegsgott Mars gewidmet – dessen nordisches Gegenstück der Gott Tir oder Tiw war, daher der Name Dienstag. Der Donnerstag ehrt Thor, den nordischen Gott des Donners, zu dessen Waffenarsenal heutzutage auch die Atombombe gehören würde. Lassen wir die Ehrenbezeugungen für Krieg und Donner und streichen den Dienstag und den Donnerstag.

Die Umstellung des Kalenders auf eine Fünf-Tage-Woche wäre leicht zu bewerkstelligen. Es gäbe dann 72 Wochen im Jahr, verteilt auf zwölf Monate plus fünf freie Tage. Heute arbeiten die meisten Menschen 240 Tage im Jahr. Genauso viele Arbeitstage ergäben sich nach dem neuen Kalender bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von dreieinhalb Tagen in 68 Wochen. Man könnte auch fünf Tage hintereinander arbeiten und dann ein Fünf-Tage-Wochenende anschließen.

Das letztere würde voraussetzen, daß jeder Angestellte einen Kollegen hat, mit dem er sich wochenweise abwechselt. Es würde den Menschen zu mehr Freizeit verhelfen, die sie mit Sport, Hobbys, Reisen und kultureller Betätigung ausfüllen könnten; wir könnten zu Hause sein, wenn der Handwerker kommt. In Familien mit Kleinkindern, wo Mutter und Vater berufstätig sind, könnte ein Elternteil immer bei den Kindern sein. Erwerbstätigkeit und Hausarbeit könnten gleichmäßig zwischen Mann und Frau aufgeteilt werden.

Die alternierende Arbeitswoche und die damit verbundene vermehrte Freizeit würde vielen Industriezweigen und Dienstleistungsunternehmen zugute kommen. Arbeitgeber könnten ihre Maschinen ständig in Betrieb halten, ein Zuwachs um vierzig Prozent. Dienstleistungsfirmen – von Skilifts bis zu Wertpapierhändlern – würden ihre Kundschaft unter dem Teil der Bevölkerung, der das lange Wochenende wählt, erhöhen können.

Um Produktionseinbußen als Folge der reduzierten Arbeitszeit zu vermeiden, würden mehr Arbeitskräfte benötigt. In den Vereinigten Staaten ließen sich, grob gerechnet, fünfzehn Millionen Menschen zusätzlich einstellen – von heute auf zwanzig Millionen geschätzten Arbeitslosen oder Unterbeschäftigten. Gewiß würden erhebliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich sein. Aber das Ergebnis wäre eine gesündere Wirtschaft mit einem höheren Bruttosozialprodukt.