Gebannt warten Finanzanalysten der ganzen Welt einmal im Monat auf die Veröffentlichung der amerikanischen Handelsbilanzzahlen. So auch am Donnerstag vergangener Woche. Diesmal erlebten sie eine freudige Überraschung. Mit 7,9 Milliarden Dollar weist die US-Handelsbilanz im September das niedrigste Defizit seit Dezember 1984 auf. Gegenüber August bedeutet dies einen Rückgang um 21 Prozent. Die Warenimporte sind um 3,9 Prozent gesunken, die Exporte hingegen um 1,9 Prozent gestiegen.

Das Exportplus ist allerdings durch Sondereinflüsse wie den Verkauf von Flugzeugen bedingt, ein Effekt, der bereits im Oktober durch den Streik bei dem Flugzeughersteller Boeing wieder zunichte gemacht werden könnte.

Und während im Handel mit der EG ein Plus von einer Milliarde Dollar erzielt worden ist – vor einem Jahr lieferten die Westeuropäer noch für sieben Milliarden Dollar mehr Waren in die USA, als sie dort kauften –, haben die Amerikaner gegenüber den Japanern weiter an Boden verloren. Die Asiaten setzten für vier Milliarden Dollar mehr Waren in den USA ab, als sie von dort einführten.

Nur ganz leicht von 3 auf 2,9 Prozent abgeschwächt hat sich das Wachstum im dritten Quartal. Befürchtungen, die amerikanische Konjunktur verliere nachhaltig den Schwung, sind damit – vorerst wenigstens – nicht akut. mhf