DIE ZEIT

Überall fallen die Mauern

Seit Michail Gorbatschow die Schleusen von Glasnost und Perestrojka öffnete, spült die Woge der Reform überall in Osteuropa die Orthodoxen hinweg.

Zeitspiegel

Die Grenzen zwischen beiden deutschen Staaten sind offen, nicht jedoch die Informationskanäle. Als wir letzte Woche einen Transporter mit einigen hundert Exemplaren der ZEIT nach Ost-Berlin schicken wollten, wurde er freundlich, aber bestimmt zurückgeschickt.

Worte der Woche

„Die große Mehrheit des deutschen Volkes entschied einst, Millionen von Juden zu töten, und jeder von uns könnte denken, daß sie – wenn sie wieder die Gelegenheit dazu hätten und das stärkste Land in Europa und vielleicht in der Welt würden – es noch einmal versuchen könnten.

Im besten Sinne deutsch

Ein Ausländer betrachtet den November-Umbruch im geteilten, aber nicht mehr getrennten Deutschland

Deutsch-deutsche Annäherung: Der Preis der Freizügigkeit

Sieht Bonn nun klarer, kann es planen, sogar entscheiden? Nach dem Treffen zwischen Egon Krenz, Hans Modrow und dem Kanzleramtsminister Rudolf Seiters hat es den Anschein, als ließen sich einige Nägel mit Köpfen machen.

Im Freudentaumel ohne Führung

Der große Knall, the big bang, mit dem in der Sprache der Physiker die Schöpfung begann – das ist der Zusammenbruch der Berliner Mauer für die Geburt einer neuen Welt, der Welt nach dem Kalten Krieg.

Bange Blicke nach Osten

Paris: Ängstliche Politiker, ein gelassener Präsident und zuversichtliche Bürger

Umbruch im Südosten: Das Maß ist voll

Die meisten von den Hunderttausenden, die auf dem Prager Wenzelsplatz tagelang gegen die Diktatur der Partei protestierten und deren Chef Jakeš „auf den Müllhaufen“ der Geschichte wünschten, waren genauso wie die uniformierten Schläger, die den Knüppel schwangen, vor zwanzig Jahren noch Kinder – damals, als der Prager Frühling von sowjetischen Panzern überrollt worden war.

Bonner Bühne: Pinguine und Pralinen

Es war eine rauschende Ballnacht, hieß es unisono. Waren wir am falschen Ort zur falschen Zeit? Hatte der 38. Bundespresseball doch schon tags zuvor stattgefunden, wie eine Koblenzer Zeitung meldete? Wie auch immer – es war allenfalls eine rauschige Ballnacht, hicks! Aber es muß sich wohl um das angeblich wichtigste gesellschaftliche Ereignis in Bonn gehandelt haben, denn (fast) alle Adabeis waren da: Granden aus der Welt der Politik und des Sports, Sternchen aus dem Showbusiness, Meister der Metzger- und Medienzunft, Exzellenzen und Exaltierte ohne besondere Profession.

Nachlese: Brasilien: Millionär gegen Metaller

Vier Tage lang hielt die Auszählung der ersten freien Präsidentschaftswahl nach 29 Jahren Brasilien in Atem. Daß keiner der 21 Kandidaten gleich im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erringen würde, war vorher klar.

Der BMW-Chef sieht in seinen Werken selber nach dem Rechten. Seine Führungsmethode ist alt und bewährt, aber sie gilt dennoch als letzter Schrei.: Wer nicht denken will, muß zahlen

Geschäfte müssen monarchisch verwaltet werden“: Die meisten Chefs weisen diese Management-Erfahrung von Walther Rathenau – bevor er Außenminister der Weimarer Republik wurde, war er Präsident der AEG und ein sehr erfolgreicher Industrieller – als unpassend für die heutige Zeit weit von sich.

Parlamentswahlen in Indien: Die Entzauberung des Erneuerers

Drei Tage vor den indischen Wahlen kam plötzlich das ganze Land zum Stillstand. Die Lautsprecherwagen, die mit ohrenbetäubender Filmmusik beinahe den letzten Winkel des Landes erreichen, verstummten, die berufsmäßigen Parolenschreier packten ihre Mikrophone und Fahnen ein, die Straßen waren leergefegt.

Sowjetische Interessen in Osteuropa: Ratlos, hilflos oder berechnend?

Auf dem Podium in der Säulenhalle des Gewerkschaftshauses, in dem sonst verblichene Generalsekretäre aufgebahrt oder Schachweltmeisterschaften ausgetragen werden, steht ein schmächtiger, etwas steifer Mann in der Uniform eines Kapitäns der Nationalen Volksmarine der DDR: Professor Dr.

Psychiatrie: Vergessen im Heim

Im Mai 1828 tauchte in Nürnberg Kaspar Hauser auf. Unbekannte hatten ihn einige Wochen in einem Kellerverlies eingesperrt. Sein Fall erregte die Öffentlichkeit, er wurde in den Salons als Verbrechen am Seelenleben eines Menschen diskutiert.

Kommunikation vor dem Brandenburger Tor: Warten auf die Stunde X

Wenn Henning von Löwis aufs Dach steigt, hat er den bequemsten Überblick von allen. So nah ist keiner dran. Von der Höhe seines Übertragungswagens sieht er locker über die mehrere Meter dicke Mauer hinweg, die sich vor dem Brandenburger Tor in einem weiten Halbkreis nach Westen bläht.

Unsoziale Schlagseite

Jahrelang hat die EG-Kommission den Arbeitnehmern versprochen, das Zusammenwachsen der Gemeinschaft zu einem großen Binnenmarkt sozial zu flankieren.

Daimler/MBB: Prinzip Hoffnung

Nun ist die Fusion des Jahrzehnts perfekt: Das Automobilunternehmen Daimler-Benz darf nach jahrelangem Gerangel endlich den Luft- und Raumfahrtkonzern MBB übernehmen und sich vom 1.

Bonner Kulisse

Noch ein Jahr bleibt Otto Schlecht, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, bis zur Pensionsgrenze. Schon heute hat er eine genaue Vorstellung, was er dann mit seiner freien Zeit anfangen will: Er soll Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung werden.

Frankreich: Hilfe, die Rosbifs kommen

Das Immobilienbüro Somaprim im französischen Badeort Le Touquet vermeldet seit diesem Frühling Hochkonjunktur. „Die kaufen alles, was zu haben ist“, freut sich Liegenschaftenhändler Oscar Coppee.

Bank und Börse: Profis machten Verluste

Während der turbulenten Oktobertage verloren die Depots vieler Börsianer extrem an Wert. Ein schwacher Trost mag es da für manchen privaten Anleger sein, daß auch eine ganze Reihe von Profis herbe Verluste einstecken mußte.

Markt-Report: Nur die Zinsen bereiten Sorgen

Die politischen Ereignisse in der DDR halten die deutsche Börse in Atem. Nicht nur inländische Anleger beschäftigen sich mit der Frage, welche Konsequenzen sich für westdeutsche Unternehmen aus der sich anbahnenden Hilfestellung der Bundesrepublik für die DDR-Wirtschaft ergeben könnten.

Frohe Überraschung

Gebannt warten Finanzanalysten der ganzen Welt einmal im Monat auf die Veröffentlichung der amerikanischen Handelsbilanzzahlen.

Manager und Märkte

Nixdorf: Luft kapituliert Umwelt: Sünder im Parlament Energie: Bennigsens Vermächtnis

Einwanderer in Frankreich: Gelobtes Brachland

Endlos wirkende Heideflächen mit kleinen Teichen, langgestreckten Hecken und spärlichem Waldbewuchs – erste Impressionen aus dem Herzen Frankreichs, typische Landschaftsmerkmale der beiden Gebiete Poitou und Berry.

Automobilindustrie: Vor der Talfahrt ausgestiegen

Nach außen hin wird sich zwar kaum etwas ändern, doch hinter den Kulissen werden die Fetzen fliegen“, kommentiert der Investment-Banker David Lowell den Führungswechsel beim zweitgrößten amerikanischen Autohersteller.

Umweltschmutz: Ein gärender Konflikt

Für die Kalk-Hersteller und -Händler der Region war das Geschäft in der Gemeinde Bermatingen im Spätsommer und Herbst bisher immer gut.

Fragwürdige Projekte

Im April 1990 tritt in New York, wieder einmal eine Sondergeneralversammlung der Vereinten Nationen zur internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit und zur Wiederbelebung des Wachstums in den Entwicklungsländern zusammen.

Ruhrgebiet: Welthandel im Revier

Wer Motive für einen Gruselfilm über das Ruhrgebiet sucht – hier wird er fündig. Im Süden eine Eisenbahnlinie, im Norden der Rhein-Herne-Kanal und gleich dahinter die Emscher, der Kloakenfluß des Reviers.

+ Weitere Artikel anzeigen