Er klebe nicht an seinem Vorstandssessel, werde aber nicht weglaufen, hatte Nixdorf-Chef Klaus Luft noch vor kurzer Zeit auf einer Pressekonferenz verkündet. Die Zahlen, die er der Öffentlichkeit präsentierte, ließen nichts Gutes ahnen. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres mußte Luft einen gigantischen Verlust von 465 Millionen Mark verbuchen. Am vergangenen Dienstag passierte es dann: Auf der routinemäßigen Aufsichtsratssitzung erklärte er seinen Rücktritt.

Genau zwanzig Jahre nach seinem Eintritt in den Vorstand des Unternehmens zog Luft damit die Konsequenz aus der dramatischen Talfahrt der einst erfolgreichsten deutschen Computerfirma. Im allgemeinen Erfolgsrausch hatte er zu spät erkannt, in welche Probleme das Unternehmern schlitterte. Statt zu konsolidieren, hielt er zu lange an einer Wachstumsstrategie fest, die sich als Illusion erwies. Im vergangenen Jahr war schließlich die Erfolgsstory beendet.

Mit dem Abgang an der Spitze ist der einst siebenköpfige Nixdorf-Vorstand nun auf fünf Mitglieder geschrumpft. Im April dieses Jahres hatte bereits Lufts Vize, Arno Bohn, seinen Rücktritt erklärt. Dessen ungewöhnliche Begründung seinerzeit: Er wolle die Firma verlassen, weil er den Maßstäben, an denen er andere messe, selbst nicht entsprochen habe. Der neue Sprecher des Vorstands kommt aus den eigenen Reihen. Es ist Horst Nasko, verantwortlich für die Sparte Telekommunikation.

Nach dem Rückzug von Luft dürften jetzt jene freie Bahn haben, die das Familienunternehmen am liebsten unter dem Dach eines Großaktionärs sähen. Angeblich favorisiert die Deutsche Bank den Einstieg von Mannesmann.

Daß der Einsatz des Treib- und Kühlmittels Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) die Ozonschicht der Erde schädigt und dazu beiträgt, die Erdatmosphäre zu erwärmen, haben die Bonner Politiker inzwischen begriffen. Einstimmig empfahl die Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre“, die Anwendung von FCKW so schnell wie möglich zu beenden. Doch deren Vorsitzender, der CDU-Abgeordnete Bernd Schmidbauer, tut sich offenbar schwer mit dem Beschluß.

Der jüngste Fall: SPD und Grüne hatten im Umweltausschuß des Bundestages den Antrag gestellt, die Deutsche Bundesbahn aufzufordern, generell auf den Einsatz von FCKW zu verzichten. Die Wagen der neuen Intercity-Expreß-Züge (ICE), die von 1991 an fahren, sollen nämlich mit dem besonders schädlichen Kühlmittel FCKW R 12 klimatisiert werden. Auch die neuen Modelle der ICE-Triebköpfe sollten ursprünglich mit FCKW anstatt mit einem teureren Alternativstoff gekühlt werden. Auf öffentlichen Druck hin wird die Bahn aber bei den Triebköpfen wahrscheinlich doch auf ein anderes Kühlmittel ausweichen. Ein völliger Verzicht auf den umweltschädlichen Stoff würde die Beschaffungskosten für die ersten 41 ICE-Züge von derzeit 1,8 Milliarden Mark nur um 14 bis 18 Millionen Mark erhöhen. Doch als der Umweltausschuß in der vergangenen Woche über den Antrag von SPD und Grünen abstimmte, kam es zu einem Patt. Ausgerechnet der Vorsitzende der Enquete-Kommission „Schutt der Erdatmoshäre“, Unionspolitiker Schmidbauer, hatte sich der Stimme enthalten. Die Forderung nach einem FCKW-Verzicht der Bahn wurde damit abgelehnt.

Erst vor wenigen Monaten hatte sich der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler-Benz mit zwanzig Prozent an der Dornier Seastar GmbH beteiligt, jetzt steht der Autokonzern erneut vor der Frage, ob er sich noch einmal für dieses Unternehmen stark machen soll, das bis zu seinem Konkurs vor einigen Wochen von den Brüdern Claudio, Conrado, Cristian und Camilo Dornier gehalten wurde. Conrado Dornier will noch einmal fünf Millionen Mark herausrücken, um den Betrieb weiterzuführen, der ein kleines vierzehnsitziges Kunststoff-Amphibienflugzeug baut. Claudio möchte unbedingt gemeinsam mit dem Autokonzern eine Auffanggesellschaft für Seastar gründen – ohne seine Brüder.