Grenze auf für Zeitungen!

Die Grenzen zwischen beiden deutschen Staaten sind offen, nicht jedoch die Informationskanäle. Als wir letzte Woche einen Transporter mit einigen hundert Exemplaren der ZEIT nach Ost-Berlin schicken wollten, wurde er freundlich, aber bestimmt zurückgeschickt. Wie aber sollen die Deutschen in Ost und West einander näherkommen und sich besser verstehen, wenn sie nicht täglich voneinander hören, sehen und lesen können? Es reicht einfach nicht, „Möglichkeiten eines kommerziellen Austausches von ausgewählten Fachzeitschriften, einschließlich von Modejournalen“, zu überprüfen, wie es unlängst Egon Krenz sehr vorsichtig versprochen hat. Sondern es ist an der Zeit, daß die DDR ihr Land für Zeitungen und Zeitschriften aus der Bundesrepublik ebenso öffnet, wie man hierzulande an den meisten Bahnhofskiosken das Neue Deutschland kaufen kann. Und Bonn wie Ost-Berlin sollten endlich ermöglichen, daß die Fernsehprogramme der DDR auch überall in der Bundesrepublik empfangen werden können. Wir leben in einer ereignisreichen Zeit. Die Menschen aus Ost und West haben ein Recht darauf, sich von ihr ein umfassendes Bild zu machen. H. S.

Gemeinsam gegen Beton

Die Abneigung von Prinz Charles gegen die Glas-Beton-Konstruktionen der zeitgenössischen Architekten Großbritanniens ist bekannt. Neu ist indes die Schützenhilfe, die ihm von antiroyaler Seite zuteil wird: Die Zeitschrift Marxism Today schreibt: „Seite an Seite mit Christen und Engeln entfesselt der Prinz einen Kampf gegen die heutigen Nachbildungen der dunklen, satanischen Mühlen aus dem Zeitalter der Industrialisierung.“ Es sei an der Zeit, das Bild, das die humoristische Fernsehserie Spitting Image zeichnete, zu korrigieren: Der Prinz von Wales sei kein tölpelhafter Träumer mehr, denn seine Stimme habe Gewicht, huldigte das Blatt den Sohn der Königin – und heiligte den eigenen geistesverwandten Standpunkt.

Ärzte gesucht

Afrika steht im Schatten der internationalen Aufmerksamkeit; die vielfach nötige Hilfe gerät in Vergessenheit. Das Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V. will sich im Südsudan, in einem von der Widerstandsbewegung SPLA beherrschten Malariagebiet engagieren. Noch aber fehlen der Hilfsorganisation Ärzte mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung, die bereit sind, sich für ein halbes, besser noch für ein ganzes Jahr zur Verfügung zu stellen. Auskünfte erteilt: Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V., Kupferstraße 7, 5210 Troisdorf, Telephon 02241/460 20.