Ernst Jünger,

geboren am 29. März 1895 in Heidelberg, meldete sich 1914 als Kriegsfreiwilliger, erlitt vierzehn Verwundungen, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse, dem Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern, dem Orden Pour le merke, im Zweiten Weltkrieg als Hauptmann im Stab des Militärbefehlshabers Otto von Stülpnagel in Paris, 1945 bis 1948 Publikationsverbot, Arbeit als Insektenforscher, geehrt durch zahlreiche Literaturpreise im In- und Ausland, 1982 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt, wohnt im schwäbischen Wilflingen, wo ihn 1985 der französische Staatspräsident Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl besuchten. Jüngers Gesamtwerk ist in achtzehn Bänden bei Klett-Cotta erschienen.

Das „berühmte Glas Sekt“, auf das er sich zu Beginn des Gespräches bezieht, entstammt einer Eintragung in seinem Kriegstagebuch „Strahlungen“. Am 27. Mai 1944 notierte er nach englischem Bombardement auf Paris: „Die Stadt mit ihren roten Türmen und Kuppeln lag in gewaltiger Schönheit, gleich einem Kelche, der zur tödlichen Befruchtung überflogen wird. Alles war Schauspiel, war reine, von Schmerz bejahte und erhöhte Macht.“

Sie haben sehr früh den Tod gesucht. ERNST JÜNGER: Ich weiß nicht. Man könnte sagen, daß ich ein anderes Verhältnis zum Tod als das übliche habe.

Ein von Neugier bestimmtes.

JÜNGER: Ja, und das bringt mir sehr viele Leute, denen das nicht angenehm ist, als Kritiker ein. Man hat mir zum Vorwurf gemacht, ich hätte während des Zweiten Weltkriegs mit einer übernatürlichen Neugier der Erschießung eines Deserteurs beigewohnt.

Sie haben es selbst so beschrieben.