Von Christine Schulz

Ansbach

Manfred Ritter, 48 Jahre alt, Landesanwalt beim Ansbacher Verwaltungsgericht, schreibt gern. Wenn in der Welt, der FAZ oder dem Rheinischen Merkur mal wieder ein Beitrag zum Ausländerrecht erschienen ist, legt er voller Stolz den Zeitungsausschnitt im Gerichtsgebäude aus. Ritter, so meint sein Vorgesetzter, der Leitende Oberlandesanwalt Günter Philbert, sei deshalb seit Jahren für seine Kollegen ein Quell der Belustigung gewesen.

Vergangene Woche ist nicht nur Philbert das Lächeln auf den Lippen erfroren: Wie rassistisch darf ein bayerischer Beamter sein, der die Interessen des Freistaats in Prozessen gegen Ausländer zu vertreten hat? Grund zu solcher Frage und für Schlagzeilen in bayerischen Zeitungen hat Ritter mit einem Buch gegeben, das er außerhalb seines Dienstes geschrieben hat, und das sich liest, als hätte ihm der Unmensch die Feder geführt. Der Titel: "Sturm auf Europa – Asylanten und Armutsflüchtlinge – Droht eine neue Völkerwanderung?"