Noch im Oktober 1989 passierte es immer wieder, daß DDR-Grenzer an den Übergangsstellen die ZEIT beschlagnahmten – als "faschistisches" oder "militaristisches" Druckerzeugnis. Das ist vorbei, Gott sei Dank. Die Zustellung westdeutscher Zeitungen an ostdeutsche Leser wird nicht mehr behindert. Fast 3800 ZEIT-Exemplare gehen jetzt jede Woche nach drüben: über 3000 Geschenkabonnements für Bekannte und Verwandte, dazu 700 Patenschafts-Abonnements.

Die Nachfrage ist freilich viel größer. Viele haben die ZEIT nach der Öffnung der Mauer im Westen kennengelernt, andere zu Hause das eine oder andere mitgebrachte Exemplar lesen können. Rund 15 000 Landsleute aus der DDR haben uns gefragt, ob es noch Patenschafts-Abonnements gibt – wenigstens bis zur Einführung der Währungsunion.

Leider sind alle Paten-Abos bereits vergeben. Wir wenden uns deshalb noch einmal mit der herzlichen Bitte um Hilfe an unsere westdeutschen Leser. Wer ein ZEIT-Abonnement spenden möchte, kann sich zur Bestellung des Coupons auf Seite 16 bedienen. Der ZEIT-Verlag übernimmt weiterhin die zusätzlichen Versand- und Portokosten.

Zwischen vielen Paten hüben und Empfängern drüben haben sich anrührende Briefwechsel entsponnen. Es spiegelt sich darin auf sehr menschliche Weise ein Stück Zusammenwachsen der Deutschen.

DIE ZEIT