Die Abrißbirne war schon in Position gebracht: Es hat nicht viel gefehlt, und von dem kleinen vielhundertjährigen Schloß Oberwiederstedt bei Eisleben in der DDR wäre nur noch ein Trümmerhaufen geblieben. Doch das Volk von Wiederstedt widersetzte sich der zerstörerischen Obrigkeit; das Schlößchen, in dem Friedrich von Hardenberg, der sich später Novalis nannte, 1772 geboren wurde und in dem er seine Kindheit verbrachte, blieb der Welt erhalten.

Inzwischen sind die Restaurierungsarbeiten in schönstem Gange; das Geburtszimmer (unser Bild zeigt die dort aufgestellte Ideal-Büste) und einige umliegende Räume wurden bereits sorgfältig hergerichtet. Und mit der Arbeit kam der Appetit: Neben der Gedenkstätte soll hier auch ein Zentrum zur Erforschung der Frühromantik entstehen, interessierte Fachgelehrte aus Ost und West sind schon zur Stelle.

Doch noch brauchen Gerald Wahrlich und die Seinen, die schon vor einiger Zeit, noch unter den mißtrauischen Blicken der SED-Funktionäre, in Wiederstedt eine „Interessengemeinschaft Novalis“ gegründet haben, jede Menge Hilfe.

Die kleine Gemeinde Nörten-Hardenberg bei Göttingen hat sich nun des Projektes angenommen. Neben der Restaurierung des Schlosses soll bald auch mit der Wiederherstellung des Parks und der Kirche samt Friedhofs begonnen werden. Wer von unseren Lesern helfen möchte – der helfe jetzt! Der Nörtener „Förderkreis Novalis-Geburtshaus Schloß Oberwiederstedt e.V.“, dem auch die Bürgermeister von Nörten-Hardenberg und Wiederstedt angehören, hat bei der Volksbank Göttingen ein Konto eingerichtet: Bankleitzahl 260 900 50, Kontonummer 30 8900 000. Wer mit Sachspenden helfen kann, der erfrage bei „Nora’s Fotoladen“, 3412 Nörten-Hardenberg, Göttinger Straße 77 (Telephon 05503 / 2377), was „drüben“ gerade am dringendsten gebraucht wird.

Benedikt Erenz