In der Gunst der Anleger stehen sie ganz unten: Gemischte Fonds verwalten nur rund 1,5 Milliarden Mark, nicht einmal 1,5 Prozent des der deutschen Investmentbranche anvertrauten Geldvermögens von gut 122 Milliarden Mark. Das ist kein berauschendes Ergebnis, und über die Gründe für das Schattendasein kann man trefflich spekulieren. Denn von ihrer Konstruktion her müßten diese Fonds eigentlich zu den Favoriten zählen.

Sie können ihr Geld sowohl am Renten- als auch am Aktienmarkt anlegen, und das in vielen Fällen auch noch im internationalen Maßstab. Kurz, diesen Fonds stehen die Finanzmärkte der Welt offen, ihre Manager besitzen die größte Freiheit, sie können überall Chancen nutzen. Das müßte Garant für eine gute Rendite sein.

Daß das aber nicht immer gelingt, zeigt die Tabelle in aller Deutlichkeit. Es ist kaum zu glauben, aber das Schlußlicht, der Japan-Selection-Fund, hat seinen Anlegern in den vergangenen zwei Jahren nur Verluste beschert. Wer Ende 1987 für 10 000 Mark Anteile dieses Fonds kaufte, bekam zwei Jahre später einschließlich aller zwischenzeitlich angefallenen Erträge beim Verkauf nur 9315,84 Mark zurück. Das ist ein miserables Ergebnis, besonders wenn man bedenkt, daß der aus vier Aktien- und Rentenindizes berechnete Durchschnittsindex für die gemischten Fonds im gleichen Zeitraum um über 36 Prozent zulegte.

Aber gottlob müssen nicht mehr allzu viele Anleger darunter leiden, denn der von Madrid aus gemanagte Fonds verwaltet jetzt nur noch elf Millionen Dollar, umgerechnet also knapp neunzehn Millionen Mark. In seinen besten Zeiten von Anfang bis Mitte der achtziger Jahre standen beim Japan-Selection-Fund immerhin über dreißig Millionen Dollar (rund fünfzig Millionen Mark) in den Büchern. Doch wenn der Erfolg ausbleibt, ist es schwer, die Kunden bei der Stange zu halten.

Wie man es richtig macht, zeigen dagegen die Manager des von der Adig verwalteten Plusfonds. Die der Bayerischen Vereinsbank und der Commerzbank gehörende Anlagegesellschaft stellt den Spitzenreiter in der Tabelle der gemischten Fonds.

Im Schnitt der vergangenen zwei Jahre brachten die Anteile dieses Fonds eine Rendite von 28,5 Prozent. Das kann sich sehen lassen, allerdings mit einer kleinen Einschränkung. Sieht man genauer hin, so war Plusfonds im vergangenen Jahr in Wahrheit ein in Deutschland anlegender Aktienfonds. Ende 1989 bestand das Fondsvermögen zu über 96 Prozent aus deutschen Dividendenpapieren, nur 2,7 Prozent waren in festverzinslichen Wertpapieren angelegt.

Darin zeigt sich die Freiheit der Fondsmanager: Gemischte Fonds müssen nicht zwangsläufig gleichzeitig Aktien und Renten im Portefeuille haben, sie können auch eine Entweder-Oder-Strategie wählen, also mal auf Aktien, dann auf Renten oder umgekehrt setzen.