Geöffnete Biergärten im Februar, vier Orkane in gut vier Wochen mit erschreckend vielen Todesopfern, kein Schnee auf den Pisten, wegen Sturm abgesagte Rosenmontagszüge – nein, dieser Winter verdient den Namen nicht, er ist eine Katastrophe. Viele fürchten bereits: die Klimakatastrophe. Wie denn sonst wäre dieses abnorme Wetter zu erklären?

Doch so widersprüchlich diese Jahreszeit, so lückenhaft ist unser Gedächtnis. Verrückte Winter dieser Art haben wir immer schon gehabt, schneearm und stürmisch, von der Hamburger Flutkatastrophe bis zu Land unter in Süddeutschland, mit Dauerregen oder einem schneegelähmten Schleswig-Holstein, grünen Weihnachten und weißen Ostern. Was wir damals nicht kannten, war das Wort „Klimakatastrophe“, das nun, im dritten Jahr, so geläufig wie voreilig benutzt wird.

Beruhigende Entwarnung also, weil wir uns meteorologisch immer noch im sozusagen statistisch gesicherten Bereich des Zufalls befinden? Besser wäre freilich, wir würden der oberflächlichen Anwendung der Wissenschaft widerstehen und statt dessen gegen unsere berechtigte Zukunftsangst etwas tun: weniger Auto fahren zum Beispiel oder auf Fluorchlorkohlenwasserstoff verzichten. Denn wenn sie kommt, ist die Klimakatastrophe menschengemacht. Und gegen sie hilft kein spätes Heilen mehr, sondern nur frühes Vorbeugen. Jetzt. -bi