Die Elbe aufwärts! Schon lange bevor die Mauer zu bröckeln begann, hat sich die Freie und Hansestadt Hamburg die andere Elbmetropole, Dresden, zur Partnerstadt gewählt. Durch die Revolution der DDR-Bürger hat dieser Pakt nun seinen eigentlichen Sinn bekommen. „Die Wirtschaftsregion Elbe, die von Hamburg über Magdeburg und Dresden bis nach Prag reicht, ist Symbol für die Aufgabe unserer Stadt als Wirtschaftsmetropole dieser Region“, sprach Hamburgs Erster Bürgermeister, Henning Voscherau, Klartext. Mit der Zweiteilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg waren der Hansestadt und ihrer Wirtschaft das Hinterland verlorengegangen.

Mit finanzieller Unterstützung beim Aufbau einer neuen Wirtschaftsstruktur wollen die Hanseaten die neue Liaison festigen. Insgesamt neun Millionen Mark brachte Hamburg Ende vergangenen Jahres in einen Kooperationsfonds ein. Damit soll Hilfe im Gesundheitswesen, in den Sektoren Bildung und Wissenschaft, beim Umweltschutz und beim Aufbau des Tourismus geleistet werden.

Allein 2,5 Millionen Mark sind dabei für deine und mittelständische Betriebe vorgesehen. Mindestens 108 DDR-Betriebe aus Handwerk, Tourismus, Dienstleistungssektor und Industrie können Investitionshilfen zwischen 20 000 und 25 000 Mark-West beantragen. Dafür müssen sie freilich den dreifachen Betrag in Mark-Ost einzahlen. So kommen 7,5 Millionen Mark-Ost zusammen, die als Existenzgründungsdarlehen vergeben werden können.

Dem Vergabegremium in Dresden gehören Mitglieder der neu gegründeten Industrie- und Handelskammer, des Stadtrates sowie Vertreter der Hamburger Handels- und Handwerkskammer an. Die DDR-Firmen bekommen freilich (ein Westgeld in die Hand, sie bekommen Zertifikate, die sie im Westen gegen Investitionsgüter eintauschen können. gf