Gebannt starren amerikanische Ökonomen jeden Monat von neuem auf die zahlreichen Wirtschaftsindikatoren, die ihnen die Statistiker vorlegen.

Viel Hilfe für zuverlässige Analysen und Prognosen aber bieten die Zahlen offenbar nicht. Rein statistisch entspricht der Anstieg der US-Verbraucherpreise um 5,2 Prozent im Januar einer Jahresinflation von 13 Prozent – eine Prognose, die Notenbankchef Alan Greenspan eigentlich in Panik versetzen müßte. Der aber bleibt gelassen. Der starke Preisanstieg sei Ergebnis außergewöhnlicher Einflüsse, beruhigt er aufgeregte Gemüter. Darin, daß die industrielle Produktion im ersten Monat des Jahres um 1,1 Prozentpunkte zurückgegangen und die Kapazitätsauslastung auf 81,9 Prozent gesunken ist, sieht die amerikanische Notenbank ebenfalls keinen Anlaß zu akuter Besorgnis. Sie rechnet weiterhin mit einem Wachstum zwischen 1,5 und 2 Prozent für 1990. Bestätigt fühlt sie sich in ihrer vorsichtigen, aber keineswegs pessimistischen Einschätzung von der Entwicklung des Außenhandels im vergangenen Jahr. Mit einem Importüberschuß von 108 Millionen Dollar wies die Handelsbilanz das niedrigste Defizit seit 1984 aus. mhf