Network

Pressemagnat Rupert Murdoch, in der Branche als „Knecht Ruprecht“ verrufen, seit er in Europa wie in den USA so manches Renommier- und Skandalblatt in seinen australischen Känguruh-Sack gesteckt hat, ist bislang allein im profitablen Markt der Modejournale hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben – nur ein Möchtegern hinter anderen. Nun hat der inzwischen auch zum amerikanischen Staatsbürger graduierte Großverleger eine neue Taktik zum Vorstoß in die Modewelt ersonnen.

Die Firma kündigte an, daß sie noch in diesem Jahr in den USA dreitausend Friseursalons mit einem Videoprogramm ausstatten will. „Salon Network“ wird den Damen und Herren unter der Trockenhaube das mühsame Blättern in den einschlägigen Journalen ersparen, die Models werden vom Bildschirm lächeln. Murdochs Magazin Mirabella, im vergangenen Jahr als Konkurrenzblatt zu Vogue auf den Markt gebracht, wird als Informations- und Reklamebasis für die Videoclips dienen. Mit anderen Worten: Wer hinschaut, wird bald unter Murdochs Haube sein.

Clever, gewiß. Nicht zu verachten sind freilich die Vorteile, die auch der Salonbesucher daraus zieht: Seine Konversation mit dem Haarkünstler darf er dann ohne Skrupel einschränken, seine vom Magazingewicht befreite Hand kann nun die Nagelfeile selber führen. Ja, und endlich wird, Lautstärke im Kopfhörer auf Null, auch jenes kleine Wunder möglich sein, von dem unter der Haube so mancher so oft schon geträumt hat: einzuschlafen und schöner, noch schöner, wieder aufzuwachen.

Geschenkt

Hallo, Hansestadt, was lesen wir heuer in deinem Pressedienst? „Wer sich in Bremen per Taxi zu einer der einschlägigen Adressen kutschieren läßt, kann neuerdings darauf rechnen, vom Taxifahrer ein kleines Geschenk zu bekommen. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Streichholzbriefchen, drinnen sind allerdings keine Zündhölzer, sondern ein Kondom.“ Das Anti-Aids-Motto heißt „Mach’s mit“, und „nach den ersten Erfahrungen der beteiligten Taxifahrer“ sei die Resonanz „bislang nur positiv“.