Schräge Geschäfte von Mitarbeitern der DG Bank sind nichts Neues. Schon als 1981 Beamte des Bundeskriminalamtes einen illegalen Ring deutscher Rentenhändler hochgehen ließen, hatte ein Angestellter der DG Bank seine Finger im Spiel. Und vor sechs Jahren flogen zwei Devisenhändler auf, die die DG Bank um acht Millionen Mark geprellt hatten.

Pleiten, Pech und Pannen ziehen sich wie ein roter Faden durch die jüngere Geschichte des Finanzinstituts. Doch nichts konnte die fulminante Entwicklung der noch vor zwanzig Jahren unbedeutenden Zentralkasse zur inzwischen viertgrößten deutschen Bank aufhalten. Von 1976 bis 1989 schwoll die Bilanzsumme des DG-Bank-Konzerns von 36 auf 187 Milliarden Mark an. Überall, wo der Rubel rollt, haben die Genossen aus Frankfurt heute ihre Finger im Spiel. Ihr Netz reicht von den Vereinigten Staaten über die Sowjetunion bis hin nach Malaysia. Zum Konzern gehören die mächtige DG Hypothekenbank und Beteiligungen an der größten Bausparkasse, Schwäbisch Hall, und an der R+V Versicherung. Innerhalb der genossenschaftlichen Bankengruppe hat die DG Bank eine ungefährdete, aber nicht unumstrittene Macht erreicht. Einst war sie eine Tochter der Volks- und Raiffeisenbanken. Doch nachdem sie die meisten der regionalen Genossenschafts-Zentralbanken geschluckt hat, befürchten Volks- und Raiffeisenbanken, zu besseren Filialen der DG Bank zu verkümmern. Andererseits brauchen die kleinen Banken ein starkes Institut für die Geschäfte im Ausland.

Auch hoffen die Genossenschaftsbanken, über die DG Bank an das Geld großer Kunden heranzukommen. Doch die Creme der deutschen Industrie läßt Neulinge nur zögernd an ihre Tröge. Helmut Guthardt, starker Mann der DG Bank, sitzt bisher nur in wenigen wichtigen Aufsichtsräten. Und wenn neue Wertpapiere an die Börse kommen, dann selten unter Führung der DG Bank. Statt dessen stehen die Genossen aus Frankfurt in der ersten Reihe, wenn etwa ein Filmhändler Geld für den Aufkauf von Springer-Aktien sucht. Und auch wenn es um die Sanierung maroder Unternehmen, etwa des co-op-Konzerns geht, ist die DG Bank groß dabei. per