Wirtschaft

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Erst warten, dann wägen

Vorbei die Zeiten, da westliche Journalisten einer positiven Nachricht aus der Sowjetunion mit tiefstem Mißtrauen begegneten.

An der Grenze

Viel Lärm um nichts? Oder des Widerspenstigen Zähmung? Das innenpolitische Drama um die endgültige Anerkennung der polnischen Westgrenze könnte als Rüpelspiel (mit dem Kanzler in der Hauptrolle) abgetan werden – hätte es nicht verheerenden außenpolitischen Schaden angerichtet.

Der Preis der Einheit

Alle sind sie für die Einheit, aber von Opfern für dieses Ziel wollen nur wenige etwas wissen. Das ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, das Resultat einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (siehe Seite 3).

Worte der Woche

„Wenn die Bundesrepublik eine Erweiterung der Thematik wünscht, so werden wir die Entschädigung von mehr als einer Million polnischer Bürger verlangen, die Zwangsarbeiter waren.

Zeitspiegel

Der Kanadier Laurence Peter ist der Vater des bekannten „Peter-Prinzips“: Angestellte werden befördert, bis sie jene Hierarchiestufe erreichen, auf der sie ihrer Aufgabe nicht mehr gewachsen sind.

Vor den Volkskammerwahlen: Die Schau in den Fenstern

Der Ostberliner Straßenbahnfahrer hat neben seiner Kurbel gut sichtbar eine weiße Plastiktüte, auf der groß „SPD“ steht. Der Mann, der vor einem HO-Laden Pfandflaschen sortiert, hat sich drei weiße Buchstaben auf seine Schirmmütze geklebt: „CDU“.

DDR-Profile (VI): Ein anders Andersdenkender

Am zentralen Runden Tisch im Konferenzzentrum von Schloß Niederschönhausen macht sich Wehmut breit. Am kommenden Montag wird die letzte Sitzung sein, dann werden allenfalls noch einige Arbeitsgruppen bleiben.

Einheit? Ja, aber bitte billig!

Finden Sie heraus, wie opferbereit die Bürger der Bundesrepublik für die deutsche Einheit sind! Diese Aufgabe wurde am 9. Februar 1990 dem Institut für Demoskopie Allensbach von Gerd Bucerius gestellt.

Wolfgang Ebert: Vorsicht Ausrutscher!

„Der optimale Ausrutscher müßte wie im Märchen vom tapferen Schneiderlein sieben auf einen Streich treffen: die Steuerzahler hier, die DDR-Bürger drüben, die Polen, die Holländer, die Tierschützer, die Frauen und die Börse in Tokio.

Israels Siedlungspolitik: Ein Hafen

Die Freundschaft zwischen Israel und den Vereinigten Staaten steht wieder einmal auf dem Prüfstand. In Jerusalem beharrt Regierungschef Schamir darauf, daß die bereits begonnene Einwanderung von Hunderttausenden sowjetischer Juden eines großen Israels bedarf.

Frankreich: Eine Nation im Fauteuil

Frankreich schaut zu. Die Revolution findet anderswo statt, weit weg auf einer Weltbühne jenseits von Elbe und Oder. Die ersehnte Revolte wird derweil brav im Saal inszeniert.

Zensur: Kein Glasnost in Nahost

Seit fast sechs Monaten schmachtet der Nahost-Reporter des britischen Observer, Farzad Bazoft, in den Verliesen des Irak. Diese Woche begann sein "Gerichtsverfahren"; Bazoft droht die Todesstrafe, weil er über eine Großexplosion mit Hunderten von Toten in einer Waffenfabrik recherchierte.

Lettland wählt einen neuen Sowjet: Aus dem Imperium in die Freiheit

Auf der Berliner Mauer, gleich hinter dem Reichstag, stand lange eine Inschrift: „Latviju Latviešem!“ – „Lettland den Letten!“ Dainis Ivans, Vorsitzender der Lettischen Volksfront Tautas fronte, hätte sich die Losung am liebsten aus dem grauen Beton herausgemeißelt.

Nachlese: Großbritannien: Tief gesunken

Es hätte für die Thatcher-Regierung nicht schlimmer kommen können: Ausgerechnet jetzt, da sie in ihrer wohl tiefsten Krise steckt, will mit Peter Walker der letzte Repräsentant des liberalkonservativen Parteiflügels das Kabinett verlassen.

Nachlese: Geplantes RAF-Attentat: Konzept: Mord

Drei Monate nach dem tödlichen Bombenanschlag auf Alfred Herrhausen, den Chef der Deutschen Bank, sollte Bundesernährungsminister Ignaz Kiechle das nächste Opfer der Roten Armee Fraktion werden.

Bonner Bühne: Freund und Feind

Heiner Geißler war wieder einer der ersten, die im Streit um Polens Westgrenze eine politisch eindeutige Garantieerklärung verlangten.

Weltbühne: Lakai des Präsidenten

In Washington hat der letzte große Prozeß gegen einen der Hauptakteure im Iran-Contra-Skandal, den ehemaligen Sicherheitsberater Präsident Reagans, Admiral a.

Revolution in Wolgograd

Vier Kandidaten suchen ihre Wahler. Das große Kulturhaus des Wolgograder Aluminiumwerks steht leer Blumen und Mikrophone sind aufgebaut Doch das Auditorium fehlt.

Die Statthalter werden gestürzt

Es war nur ein kleiner Verkehrsunfall; doch er endete mit Totalschaden – für die Partei. Es geschah kurz nach dem Jahreswechsel in der ukrainischen Stadt Tschernigow.

Im Netz der Nomenklatura

Genosse Idiatulin, Parteisekretär für Ideologie in Kasan, zeigte in seinem Büro mit einem langen, weißen Stock auf die Landkarte.

Wohnungsvermittler für die DDR: Biete: Datscha im Grünen

Das Studium der Kunstgeschichte hat Gunnar Kleinecke abgebrochen, weil es mit dem wirklichen Leben zuwenig zu tun hatte. Von seiner jetzigen Aufgabe kann er das nicht mehr sagen: Als Chef der „ersten Mitwohnzentrale“ lernt er jede Menge Leute kennen.

Rechtsradikalismus: Draufhauen und totschweigen

Der 22jährige Robert Weiß behauptet, auf dem Ersten Lübecker Polizeirevier mißhandelt worden zu sein. Was sich am 2. Dezember vergangenen Jahres auf der Wache in der Mengstraße abgespielt haben soll, beschreibt er in einem Gedächtnisprotokoll so: „Beamter Y riß derart an den Haaren, daß meine rechte Flanke frei wurde, in die der Beamte X mehrmals hineintrat.

Pro Familia: Vor dem Einsturz

Wenn die Bamberger Bürger Liebeskummer haben, Krach in der Beziehungskiste oder Probleme mit der Familienplanung, dann bleibt ihnen – nach dem Willen der Stadtväter – nur der Gang zum Erzbischöflichen Seelsorgeamt.

Alltag eines Kranfahrers: Ganz oben

Berthold Huth kommt täglich in den Himmel. Das ist sein Job: als Kranfahrer beim Bau des höchsten Hochhauses Europas, des Frankfurter Messeturms.

„Globe-Theatre“: Ein närrisch Ding im Angebot

Ach, wenn der Narr nur wüßte. Unschuldig tritt er an die Rampe und erzählt: „Als ich noch ein Dreikäsehoch war, / Mit Heho, mit Regen und Wind, / War so ’n närrisch Ding nur zum Spielen da, / Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag.

Schüler gegen Meiereien: Milch ins Glas

„Die Einwegverpackungsflut von unseren Schulen zu verbannen ist unser erklärtes Ziel“, steht auf einem Flugblatt der „Schülerinnenkammer Hamburg“.

Windkraft: Tüftler in Not

Mit „Glück zu“ wurde in vorindustrieller Zeit der Müller im Dorf gegrüßt, das Geräusch der knarrenden Flügelkreuze seiner Mühle gehörte zum beschaulichen Leben.

Heimliche Zocker

Das ist Chefsache“, bestimmte der Verwaltungsrat der Deutschen Genossenschaftsbank am Freitag voriger Woche. Und so setzte sich Helmut Guthardt am folgenden Dienstag ins Flugzeug nach Paris.

Nur Balsam für das Ego

Jetzt sind die ehrgeizigen Deutschen am Ziel. Endlich dürfen auch sie einen kompletten Airbus bauen und der ganzen Welt zeigen, wozu sie fähig sind.

Großbritannien: Nervös

Das Pfund Sterling ist wieder einmal auf dem Weg nach unten. Inflationsängste lasten auf der Währung. Das hohe Defizit in der Leistungsbilanz bessert sich nur langsam.

Bonner Kulisse

Entweder ist Umweltminister Klaus Töpfer ein verhinderter Schriftsteller, oder er leidet an Unterbeschäftigung. Nach Angaben seines Pressereferats erreichten den CDU-Politiker im vergangenen Jahr fast 300 000 Anfragen, und „bei mehr als 10 000 Bürgern griff er selbst zur Feder und gab auch zu kritischen Fragen und Meinungen eine ganz persönliche Antwort“.

Unternehmensteuern: Realistisch

Beim Thema „Reform der Unternehmensteuern“ erhitzen sich die Gemüter. Die Gewinne sind höher denn je, sagen die einen, da gibt es keinen Entlastungsbedarf.

Gunhild Lütge:: Anstoß zum Fortschritt

Gewerkschafter und Umweltschützer haben sich längst daran gewöhnt: Meistens steht zunächst die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel, geht es um Forderungen, Technik und Produkte mehr menschen- und umweltfreundlich zu gestalten.

Arbeitslose: Verschärft

Die letzten beißen wieder einmal die Hunde: In diesem Fall sind es Arbeitslose, die schlecht qualifiziert sind und daher ohnehin geringe Chancen auf einen Job haben.

Groß in Fahrt

Schräge Geschäfte von Mitarbeitern der DG Bank sind nichts Neues. Schon als 1981 Beamte des Bundeskriminalamtes einen illegalen Ring deutscher Rentenhändler hochgehen ließen, hatte ein Angestellter der DG Bank seine Finger im Spiel.

Abschied vom alten Trott

Technischer Fortschritt und die 35-Stunden-Woche machen flexible Arbeitszeitmodelle unvermeidlich

Der Fall Opel

So glatt und problemlos, wie Rolf Breuer glauben machen will, lief die Sache keineswegs. Breuer ist Chef des Betriebsrates im Opel-Werk Bochum.

Europäische Gemeinschaft: Kuhhandel in der Grauzone

Frankreichs Europaministerin Edith Cresson lief Anfang der Woche zu Hochform auf. In einem gedrängt vollen Saal des Brüsseler EG-Ratsgebaudes klärte sie die internationale Presse über Frankreichs Abwehrkampf gegen die japanischen Autohersteller auf.

+ Weitere Artikel anzeigen