Ende Mai beginnt für die Bundesbahn der Sommer: Mit dem Erscheinen des neuen Kursbuches werden DDR-Reisenden eine Reihe von Verbesserungen im Zugverkehr beschert.

Wenn am 27. Mai der Sommerfahrplan in Kraft tritt, soll es nicht nur eine große Anzahl zusätzlicher Zugverbindungen in die DDR und nach Berlin geben, erstmals will die Bundesbahn auch eine IC- und fünf InterRegio-Verbindungen ins Nachbarland einrichten. Der Intercity beispielsweise soll von Frankfurt über den Grenzübergang Bebra-Gerstungen nach Leipzig fahren. Drei InterRegio-Verbindungen sind vorgesehen für die Strecken Köln-Hannover-Berlin sowie je eine zwischen München und Leipzig und zwischen Nürnberg und Leipzig.

Voraussetzung ist allerdings, daß bis dahin noch einige technische Probleme geklärt werden. Die bestehen vor allem in der Energieversorgung innerhalb der Züge auf den nicht elektrifizierten Strecken der DDR: Nach wie vor werden zwar die Lokomotiven an der Grenze ausgewechselt; ob die Aggregate in den Dieselloks der Reichsbahn jedoch ausreichen, um beispielsweise den Bistro-Wagen im InterRegio und dessen Mikrowellengeräte und Kühlschränke ausreichend mit Strom zu versorgen, wird zur Zeit geprüft.

Eine aus der Sowjetunion stammende Diesellok wird in der Bundesbahn-Versuchsanstalt München-Freimann getestet. Sollte sich dabei herausstellen, daß die technische Ausrüstung der DDR-Loks nicht ausreicht, hat sich die Reichsbahn bereit erklärt, die für den Intercity- und InterRegio-Verkehr eingesetzten Lokomotiven nachzurüsten.

Außer, daß es zukünftig mehr Bahnreise-Gelegenheiten geben soll, kommen im Sommer auch einige neue Zugstrecken in den Fahrplan: von München nach Berlin-Lichtenberg im Ostteil der Stadt, von Karl-Marx-Stadt nach Hof, von Erfurt nach Mainz, von Greifswald nach Münster sowie von Hannover nach Stendal.

Zu Ostern, am 1. Mai und zu Himmelfahrt sollen zusätzliche Züge eingesetzt werden. Wie die Bahnverbindungen zu Pfingsten und während der sommerlichen Hauptsaison entlastet werden können, soll Anfang April vereinbart werden.

In Verhandlungen stehen auch die Mitropa (Mitteleuropäische Speisewagen und Schlafwagen AG) und die DSG (Deutsche Service-Gesellschaft der Bahn). Dabei geht es in erster Linie darum, den Service im innerdeutschen Verkehr zu verbessern, sowohl im Restaurantals auch im Schlaf- und Liegewagenbereich. lei