Wer erst sehr spät abends in sein Hotel kommt, hofft mitunter auf einen günstigeren Preis für die Übernachtung. Bei den meisten Hotelketten beißt der späte Gast allerdings auf Granit. Zumindest gibt kaum eine der großen Hotelvereinigungen zu, daß sie Späteinkehrern einen Rabatt einräumt, wenn sie sozusagen in letzter Minute für eine bessere Auslastung der Häuser sorgen.

Eine Ausnahme macht die Schweizer Hotelkette Mövenpick, die sich als Vorreiter auf diesem Gebiet betrachtet. Die Mövenpick Hotels International druckt die rabattierten Preise, die in der Regel ab 22 Uhr allerdings nur in einigen Häusern gelten, sogar in den Tarifplänen ab. Voraussetzung für den „Stand-by“-Preis ist, daß der Gast ohne vorherige Reservierung am späten Abend anreist und sein Bett am nächsten Morgen bis neun Uhr räumt. Dann kostet das Zimmer im „Parkhotel“ in Frankfurt etwa statt offizieller 287 Mark nur noch 208 Mark, im „Cairo-Heliopolis“ halbiert sich der Preis. Nach Mitternacht sind für die Übernachtung lediglich 35 US-Dollar zu zahlen. „Stand-by“-Preise werden nicht in allen Mövenpick-Hotels eingeräumt. Und es wäre verwegen, während Messezeiten oder großer Veranstaltungen auf solche Nachlässe zu spekulieren.

Andere Hotelkonzerne lehnen es offiziell ab, Spätankommenden einen Preisnachlaß einzuräumen. Dennoch kann es zum Beispiel bei Marriott in der „Verantwortung der Rezeption“ liegen, den Preis eventuell zu senken. Auch bei Maritim gibt es keine generelle Linie, die Entscheidung bleibt dem Hotelmanager überlassen, während andere wie Dorint sich nicht ins „eigene Fleisch schneiden“ und den Gast animieren wollen abzuwarten, bis die Preise am späten Abend sinken. Auch Ketten wie Hilton International, Penta oder Hyatt behaupten, sie würden keine Nachlässe für Spätankommende einräumen. kjs