Von Bernhard Borgeest

Spätestens als Vivian kam, wurde es unheimlich. Der vierte Orkan in fünf Wochen Er zerfetzte die Nordspitze von Sylt, fuhr wütend in Karnevalszuge, knickte Bäume. Kaum war Vivian abgeflaut, da tobte mit 160 Stundenkilometern Wiebke heran Der fünfte Orkan in fünf Wochen In einem Winter ohne Winter, einem Februar ohne Frost, einer Skisaison ohne Schnee.

Anfangs war unsere Erklärung für all diese Kapriolen noch ein Scherz. „Ganz klar, der Treibhauseffekt Die Erklärung ist noch immer die gleiche Aber keiner mehr findet sie richtig lustig.

Es scheint so, als hatten wir es endlich geschafft Mit Treibhausgasen und Ozonkillern, davon sind wir überzeugt, haben wir die Natur entmachtet und ihr das letzte genommen, was ihr gegen uns blieb – ihre Gewalten Wir machen uns unsere Wetterkatastrophen selbst. Winterliche Hitzewellen und Orkanorgien – das sind nicht langer Launen der Lüfte, sie sind das unausweichliche Produkt unseres rücksichtslosen Tuns. Kein Zufall, sondern Notwendigkeit.

Zu welchem anderen Schluß hatte man denn kommen sollen, bei all der Untergangsstimmung auf den Fernsehkanälen? Bei all den mit düsteren Warnungen und Visionen garnierten Katastrophenberichten in den Zeitungen? Bei diesem permanenten Endzeitunterton, der sogar die Wiedervereinigungseuphorie aus den Schlagzeilen verdrängte

Bevor wir uns ganz von einer Mischung aus Hybris und Hysterie fortreißen lassen, wollen wir die Experten nochmals genau befragen und dabei auf einfache Antworten drangen Steht das Klima wirklich vor dem menschengemachten Kollaps’

Es gibt viele, die unsere Frage beantworten wollen, Experten zuhauf In den Wetteramtern, den Forschungsinstituten und in fast jeder Universität Man konnte glauben, es existierten inzwischen so viele Meinungen wie Experten. Doch das stimmt nicht Im Prinzip stehen sich nur zwei Fraktionen gegenüber: die nüchternen Abwiegler und die seriösen Apokalyptiker.