Ende gut

Einsicht und Diplomatie haben schließlich gesiegt. Der Streit um den Zuschuß des Landes Baden-Württemberg an die Privatuniversität Witten-Herdecke (vergleiche Zeit Nr. 7/90) ist jetzt friedlich mit einem Vergleich beigelegt worden.

Klaus von Dohnanyi, stellvertretender Direktoriums-Vorsitzender der Universität, und Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Helmut Engler haben sich am 20. Februar auf eine „akzeptable und abschließende Regelung der unterschiedlichen Positionen“ geeinigt: Die Universität zahlt dem Land einen Teil des Vorschusses für den geplanten, später gescheiterten Umzug nach Mannheim zurück, dafür hält man im Ministerium nicht länger an dem Vorwurf fest, in Witten seien Landesgelder „zweckwidrig verwendet“ worden.

Im einzelnen sieht der Vergleich so aus: Von den 1,5 Millionen Mark Vorschuß aus Landesmitteln erkennt Baden-Württemberg 1,35 Millionen Mark an. Den Differenzbetrag bekommt es von Witten zurück, obwohl, wie man in Stuttgart betont, „die tatsächlichen Aufwendungen der Universität Witten-Herdecke höher lagen“.

Was auf den ersten Blick wie ein Verlustgeschäft für beide Beteiligten erscheinen mag, ist im Grunde ein vernünftiger Kompromiß. Der Opposition im Stuttgarter Landtag, die der Landesregierung lässigen Umgang mit Steuergeldern vorwarf, ist erst einmal der Wind aus den Segeln genommen, und die Wittener brauchen nicht mehr zu fürchten, durch einen langwierigen Rechtsstreit künftige Spender zu vergraulen.

Mannesalter

Mann des Jahrhunderts, Tor des Monats, Tanz des Jahres, es sind diese Superlative, die selbst den grauesten Alltag so farbig gestalten. Gorbi, Litti, Lambada, was wäre das Leben ohne griffige Spitzenreiter?

Nun, daß in diesem Zusammenhang auch das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vorkommt, wird überraschen und bedarf der Erklärung. Zu Unrecht von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet gibt das Haus seit Ende 1986 unermüdlich die „Zahl der Woche“ heraus. 160 bis 170 Zahlen sind es bislang, die die Statistiker prämierten. Jeweils dienstags, Punkt 11 Uhr, ist es soweit, dann rattern landauf, landab die Ticker. Diesmal kommt die Zahl aus Japan: Demnach erreichen die fernöstlichen Männer und Frauen das höchste Lebensalter weltweit: 75,6 Jahre und 81,4 Jahre. Die Lage in der Bundesrepublik: 71,8 Jahre und 78,4 Jahre. Na so was.