Wenn ich zu rufen haben werde: „Es lebe Polen!“

– in welcher Sprache werde ich es tun müssen?

Dies ist ein Kurzest-Gedicht des polnischen Dichters Ryszard Krynicki in der Übersetzung von Karl Dedecius aus dem neuen Heft der von Michael Kruger herausgegebenen Zeitschrift für Literatur Akzente, das neuerer Poesie aus Polen, Ungarn und Slowenien gewidmet ist Krynicki wurde 1943 in Österreich geboren, wohnt in Posen und lebt zur Zeit als Stipendiat der Robert Bosch Stiftung am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt. Krynicki war in der Solidarnosc-Bewegung aktiv. Neben Adam Zagajewski und Stanislaw Baranczak ist er der bedeutendste Lyriker der um 1945 geborenen Generation.

Kleist in Budapest

Das Goethe-Institut in Budapest veranstaltet vom 13. März bis zum 5. April „Kleist-Wochen Budapest“ mit Filmen und Videos. Am 26. und 27. April findet ein Internationales Kleist-Kolloquium statt, mit Rednern aus beiden Teilen Deutschlands, aus Ungarn, Frankreich und den USA. Veranstalter sind die Universität Budapest und die Kleist-Gesellschaft. Thematische Schwerpunkte sind neue Perspektiven der Kleist-Forschung und die Wirkung des Dichters in Theater, Film und Fernsehen der Gegenwart. Redner sind der Regisseur Hans Neuenfels, der seine Kleist-Filme vorstellen wird, die Vizepräsidentin der Internationalen Germanistenvereinigung, Ruth Angress-Klüger (Irvine), Erika Tunner (Lille), Siegfried Streller von der Ostberliner Humboldt-Universität und Christof Schmid vom Fernsehen des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart.

Swinburne deutsch

Liest noch jemand die melodischen Verse des englischen Dichters Algernon Charles Swinburne (1837-1909), der zum Kreis der Präraffaeliten gehörte? Hofmannsthal pries 1893 den „rollenden Triumph der strömenden Bilder, deren Duft seltsam unvergeßlich, deren Musik tief aufregend und deren Glanz fremd und traumhaft ist“. Der Rudolf-Borchardt-Gesellschaft ist es zu danken, daß eine Ausgabe wieder vorliegt, als Band 1 einer neuen Schriftenreihe, in Borchardts prunkender Übersetzung. Der 112 Seiten umfassende Band, im Buchhandel nicht erhältlich, kostet 30 Mark, zu beziehen über die Borchardt-Gesellschaft (Rinding 2, 8017 Ebersburg).