Im Jahr 1928 unternahm der norwegische Forscher Roald Amundsen, auf der Suche nach dem verunglückten Forscher-Kollegen Umberto Nobile, seine letzte Reise in die Arktis, von der er nicht mehr zurückkehren sollte. Amundsen hinterließ seinem Erben einen ungeordneten Besitz, aus dem zahlreiche Photos, die wesentlichen Zeugnisse seiner Expeditionen, verschwunden waren. Jahrzehntelang galten sie als verloren. Erst vor vier Jahren wurde ein großer Teil der Bilder in einer alten Kiste mit der Aufschrift „Horlick’s Malted Milk“ auf einem Osloer Dachboden wiedergefunden. Die meisten der über zweihundert kolorierten Aufnahmen zeigt der von Roland Huntford herausgegebene Band „Die Amundsen-Photographien – Expeditionen ins ewige Eis“ (Georg Westermann Verlag, Braunschweig 1989; 200 S., 140 farbige Abb., 68,– DM). Die aussagekräftigen Photos dokumentieren im wesentlichen Amundsens Erlebnisse während der drei bedeutendsten Forschungsreisen: durch die Nordwestpassage (1903), zum Südpol (1911) sowie entlang der Sibirischen Küste und durch die Nordostpassage (1918). Fachkundige Begleittexte runden neben zahlreichen Tagebuchaufzeichnungen Amundsens dieses spannende Buch ab.