Einen stark leuchtenden Kometen hoffen die Astronomen im nächsten Monat zu sehen "Nach den sehr hellen Kometen Bennet (1970) und West (1976) und dem für die Forschung äußerst wichtigen, doch in unseren Breiten etwas schwächlichen Kometen Halley (198586) erwarten wir im April und Mai dieses Jahres wieder einen sehr hellen Kometen, Austin 1989 c l", sagt die Berliner Wilhelm Foerster Sternwarte voraus. In der ersten Aprilhälfte werde Austin am Abendhimmel kurz nach Sonnenuntergang über dem Horizont im Westnordwesten erkennbar sein. Ab der zweiten Aprilhälfte bis in die zweite Maihälfte lasse sich Austin dann am Morgenhimmel beobachten. Unklar ist bisher allerdings noch, wie hell er leuchten wird. Austins Eigenschaften sind weitgehend unbekannt, er taucht zum erstenmal auf im Sonnensystem. Das Leuchten der Kometen und ihr heller Schweif sind eine Folge auftreffender Sonnenstrahlung, die Materie von den Trabanten wegdampfen läßt. Je näher die Kometen auf ihrer elliptischen Bahn an die Sonne herankommen, desto stärker leuchten sie im allgemeinen. Ist jedoch ihr Vorrat an leicht verdampfendem Material, vornehmlich Eis und Staub, erschöpft, dann bleibt die Leuchtkraft gering. Da es sich bei Austin um ein neues Objekt handelt, könnte er eine prächtige Show am Himmel abziehen — es sei denn, ihm geht vorzeitig die Materiepuste aus. Die Europäische Südsternwarte Eso hat ihn bereits im Visier. "Austin wird täglich heller", freuen sich die Astronomen. Seine maximale Leuchtkraft dürfte der vom neuseeländischen Amateur Rodney Austin am 6. Dezember 1989 entdeckte Komet etwa Mitte April entwickeln. Pessimisten meinen, daß er so hell strahlen wird wie der Polarstern. Optimisten glauben hingegen, daß er die hellsten Himmelssterne deutlich übertreffen könnte. Doch Kometen sind notorisch schwierig einzuschätzen. Bald werden wir sehen, wer recht hat. HST der Freien Universität Berlin ist nach einigem Tauziehen nun besetzt. Diese erste Professur für praxisbezogenen Wissenschaftsjournalismus in Deutschland wird Winfried Göpfert übernehmen, vormals Leiter der Wissenschaftsredaktion des Senders Freies Berlin. Die Robert Bosch Stiftung hat für die Einrichtung des Lehrstuhls 1 1 Millionen Mark bereitgestellt. Auch künftig werden Stipendien für junge Wissenschaftsjournalisten vergeben, die in Redaktionen oder Pressestellen praktische Erfahrungen sammeln wollen. HST Eine Zwillingsschwangerschaft nach Herztransplantation, in der Ärztezeitschrift The Lancet (24. Februar 1990) beschrieben, erinnert an den alten Satz vom Erfolg, der viele Väter habe: Ein Operationsteam in Paris hatte 1986 eine Herztransplantation bei einer damals 35jährigen Anästhesistin vorgenommen. Wegen ihres dringenden Kinderwunsches hatte die Narkoseärztin sich operieren lassen, da ihre Herzkrankheit eine Hormonstörung zur Folge hatte. Mit der Transplantation war diese beseitigt; aber dafür bestand die Gefahr, daß durch die notwendige fortlaufende Behandlung mit Cyclosporin zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion ungewollt der Fötus geschädigt werden könnte. Sie hat alle Risiken auf sich genommen und wurde siebzehn Monate nach der Operation schwanger Ärzte in Montpellier haben die werdende Mutter sorgfältig betreut und ihr dringend eine Kaiserschnittentbindung wenige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin empfohlen. Eine richtige Empfehlung, denn die Patientin war mit 38 Jahren eine "alte Erstgebärende", und beide Kinder lagen in Steißlage. Zudem sollte die Geburt wegen der vorausgegangenen Herzoperation durch Kaiserschnitt für Mutter und Kinder erleichtert werden. Es kam aber alles anders: Zehn Wochen vor dem Geburtstermin traten Wehen auf, und für den Kaiserschnitt blieb keine Zeit mehr. Zum Glück, denn die beiden unreifen Mädchen blieben gesund, auch die Mutter. Seit der Schwangerschaft hat sie keine Abstoßungsreaktionen gegen das fremde Herz mehr erlebt. Und die Moral von der Geschichte? Manchmal kann es richtig sein, auch gegen ärztlichen Rat zu handeln. HHB